Iggy & The Stooges „Ready To Die“ – Alles beim Alten bei den Stooges

VERÖFFENTLICHUNG» 26.04.2013
BEWERTUNG» 6 / 9
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Wer es noch nicht wusste, dass es sich hier um die erste Band von Iggy Pop handelt, die vor etwas mehr als vierzig Jahren mit ihrer kompromisslosen aggressiven Attitüde nicht selten für Skandale sorgte und für ihre provokativen Auftritte berüchtigt war, der hat die Geschichte des Rock´n´ Roll irgendwie verschlafen. Zum Kanon der Rockmusik gehört diese Gruppe definitiv dazu und fand 2010 schließlich auch die entsprechende Anerkennung durch die Aufnahme in die berühmte „Rock and Roll Hall of Fame“. Nach drei Alben war Mitte der Siebziger aber erstmal Schluss und Iggy Pop machte sich selbst über die Jahrzehnte einem breiteren Publikum bekannt.

2002 kam es zu einer – in Insiderkreisen – beachteten Reunion und einem Album (Skull Ring). Fünf Jahre Später folgte „The Weirdness“ und wiederum zwei Jahre danach verstarb mit Ron Asheton, das zweite Gründungsmitglied der Stooges.

Was niemand mehr für möglich gehalten hätte, aber Iggy & The Stooges sind jetzt wieder da! Am Bass jetzt komplettiert von niemand geringerem als der Underground – Ikone Mike Watt (Minutemen / Firehose). Die aktuelle Platte kommt so gewalttätig, brutal und hart daher wie die Stooges seit ihrer Gründung in den Sechzigern kokettierten: „Ready To Die“ heißt das Baby – und es klingt wie eine Platte dieser Band heute klingen sollte. So als hätten die Stooges sie in den Siebzigern eingespielt. Das ist Rock´n´Roll aus der Garage und ohne diesen Sound hätte es Punk wohl nie gegeben? Iggy ist noch immer wütend, tritt den gesellschaftlichen Strukturen gehörig in die Eier und spuckt bisweilen Gift und Galle gegen soziale Ungerechtigkeit. Neben den sägenden Riffs der Gitarre ist es ein prominentes Saxofon, dass sich durch weite Teile des Albums fräst und Iggy Pop nölt, prustet und singt noch immer in unterschiedlichen Stimmlagen mit seinem unverwechselbaren Organ irgendwie gut. Dieser Mann ist schon ein Phänomen und ein Unikat im Musikzirkus. Besonders gut ist es wie ich finde aber immer dann, wenn Mr. Pop mit tiefer Stimme, auf dieser Platte gleich zweimal, ein langsames ruhiges „Schlaflied“ zu countryesker Slidegitarre croont.

Die zehn kleinen Song – Biester hören ansonsten auf so Namen wie „Burn“, „Sex And Money“, „Gun“, „Ready To Die“ oder auch „Beat That Guy“ – also auch hier alles beim alten bei den Stooges. Warum es dieses Werk jetzt und hier braucht kommentiert Iggy Pop selbst so: „My motivation in making any record with the group at this point is no longer personal. It’s just a pig-headed fucking thing I have that a real fucking group when they’re an older group they also make fucking records. They don’t just go and twiddle around on stage to make a bunch of fucking money…“

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