Imagine Dragons sammeln ein, was der Garten hergibt, und liefern ein halbgares „Night Visions Live“

VERÖFFENTLICHUNG» 04.04.2014
BEWERTUNG» 4 / 9
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Gegründet 2008 brachten die Imagine Dragons erst 2012 ihr echtes Debütalbum auf den Markt und wurden zu den Shooting Stars der letzten Jahre. Die Discographie ist um einiges länger, denn es gab bereits diverse EPs. Und zu den Live- und Session-Alben gesellt sich jetzt ein Release mit dem Titel „Night Visions Live“ hinzu.

Was ist „Night Visions“ auch für ein geiles Album! Zwei Millionen verkaufte Exemplare in den USA, Top-Chartplätze im Rest der Welt. Es begann mit dem hymnischen „It’s Time“. Dann folgte der Partysong „On The Top Of The World“, der vor allem in Europa gut ankam und dort für den Durchbruch sorgte. „Radioactive“ funktioniert als episch-ruhiger Überhit und „Demons“ klingt für Unbedarfte so, als käme es direkt aus den Händen von Muse oder Coldplay.

Dan Reynolds ist ein überaus starker Frontmann. Und die Instrumentalfraktion kann Folk genau so gut wie Mandolinenklänge und sphärischen Rock. Der perfekte Zeitpunkt also, um seine Qualitäten in einem Live-Release unter Beweis zu stellen.

Doch was ist das? Ich widme mich zunächst mal der Live-CD und muss meiner Enttäuschung Luft machen. Eine so lieblos zusammen gestellte Live-Compilation habe ich seit Midnight Oil in den 90ern nicht mehr erlebt. Dumpfer Sound, verrauschte Klänge, die Tracks mit Ein- und Ausblendungen lieblos aneinander gereiht. Das soll der breiten Masse die Imagine Dragons näher bringen? Nach elf regulären Titeln gibt es nochmal drei Wiederholungen als akustische Versionen. Zumindest diese bringen etwas Mehrwert. In die Geschichte eingehen dürfte dieser Release aber nicht.

Vielleicht hat die DVD mehr zu bieten? Zunächst kommt ein 46minütiger Konzertfilm mit viel zu viel Geplapper. Wir erfahren (ohne Untertitel) Hintergründe zur Band, erleben selbige im Studio und bekommen ganze vier Songs von Livekonzerten geliefert. Definitiv zu wenig. Sowas schaut man sich nur einmal an. Und der Mitschnitt von „Radioactive“ ist dann noch voller verzerrter Bilder und wirrer Schnitte. Gruselig.

Besser kommt aber der Bonusbereich der DVD. Vier Musikvideos zu den üblichen Verdächtigen „It’s Time“, „Radioactive“, „Demons“ sowie „On The Top Of The World“. Und 40 Minuten Liveshow entschädigen schlussendlich für das Material, das im Rahmen der Doku entschieden zu kurz kam.

Schade drum. Es hätte sehr schön werden können. So aber gibt es eine unmotivierte Zusammenstellung aus allerlei Zeug, als habe die Mama am Freitag „Quer durch den Garten“-Suppe gekocht. Muss man also doch weiterhin das Studiowerk empfehlen und auf Album Nummer 2 hoffen.

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