Ingrid Michaelson bietet auf ihrem aktuellen Album „Lights Out“ vielseitigen Songwriter-Pop in Höchstform

VERÖFFENTLICHUNG» 13.06.2014
BEWERTUNG» 9 / 9
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Die nüchterne Aufmachung in Schwarz-Weiß ist pures Understatement. Musikalisch ist „Lights Out“, das aktuelle Album von Ingrid Michaelson, nämlich äußerst bunt, vielseitig und emotional. Die amerikanische Songwriterin, die ihr Debüt vor Jahren noch in Eigenregie veröffentlichte, aber schon bald darauf die Welt mit Songs wie „Be Okay“ oder „Maybe“ bezauberte, etabliert sich damit endgültig als erfolgreiche Popkünstlerin, ohne jedoch ihren erfrischenden eigenen Stil aufzugeben.

Der Opener „Home“ ist noch eine gewohnt fluffige Songwriter-Nummer, die fröhliche Single „Girls Chase Boys“ dagegen schon lupenreiner Pop mit Ohrwurmpotential. Mit einem lapidaren „all the broken hearts in the world still beat, let´s not make it harder than it has to be“ relativiert die Sängerin hier mal eben alle Liebeskummer-Dramatik. Stilistisch nochmal in eine ganz andere Richtung geht das düster groovende „Warpath“, das besonders mit seinem Acappella-Intro und den dichten Harmonien im Refrain überzeugt.

Für Vielfalt sorgen auch verschiedene Musiker, die Ingrid Michaelson diesmal beim Songwriting und im Tonstudio unterstützt haben. Voller Melancholie singt sie sich gemeinsam mit Ehemann Greg Laswell durch das atmosphärische „Wonderful Unknown“, die irische Band Storyman steuerte den Gute-Laune-Song „You Got Me“ bei, und Mat Kearny ist Duettpartner  bei der Partyhymne „One Night Town“. An ganzen sechs Titeln hat Songwriter Trent Dabbs mitgeschrieben und ist bei einigen auch als Backgroundsänger zu hören, darunter die beiden wunderbaren Pianoballaden „Open Hand“ und „Ready To Lose“.  Und zu meinen persönlichen Höhepunkten des Albums gehört das eindringliche „Over You“, das die Sängerin gemeinsam mit  dem Duo A Great Big World performt.

Jeder Song des Albums hat seinen ganz eigenen Reiz. „Handsome Hands“ schwebt über einem sphärischen Klangteppich dahin, „Time Maschine“ überrascht mit kräftigem Beat und Bläsereinlagen, und „Afterlife“ verbreitet punkig-trotzige Feierlaune. Zu guter Letzt packt Ingrid mit dem Bluestitel „(I´ll Be Glad When You´re Dead) You Rascal You“ und dem gefühlvollen „My Darling“ sogar noch zwei tolle Bonustracks obendrauf. Also „Lights Out“, Augen zu und einfach diese wunderbare Musik genießen!

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