Inter Arma haben Sludge im Blut und Black Metal im Kopf – „Sky Burial“ wirkt frisch und frei. TIPP!

VERÖFFENTLICHUNG» 15.03.2013
BEWERTUNG» 8 / 9
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Blindbemusterungen sind ein zweischneidiges Schwert. Entweder die vorliegende Band haut einen um, weil das unbekannte Werk einen begeistert oder man kann die Musik nicht einordnen und nichts darüber schreiben. Inter Arma scheinen aber auch für die wenigen, die diese Band kennen, kein Schubladen-Verein zu sein, in dem sich die Herren aus Richmond reinstecken lassen würden. Black Metal mit Psychedelia-Rock und Doom-Anleihen sind zwar als Einzelteile mit großen Scharen von Anhängern gesegnet, aber zusammenhängend in einer Band eher ungewohnt. Mit ihrem zweiten Album „Sky Burial“ haben sie einen Deal bei Releapse Records gemacht, die wie immer einen tollen Riecher für unbekannte Künstler zeigen. Inter Arma kann sich der Welt zeigen als frischer Wirrwarr von düsterem Rock zeigen.

Der Opener ‚The Survival Fires‘ beginnt mit einem leisen Intro, das mit jedem Takt an atmosphärischem Aufwind gewinnt und mit einem Black Metal Riff fortgeführt wird. Irgendwann endet unter lautem Gekeife dieser Part und unter Stille gibt es mit leichten akustischen Gitarren weiter, die sich immer mehr von stimmigen Country Elementen in dissonante Läufe verlieren. Im Verlauf von „Sky Burial“ werden immer wieder verschiedene Arten von Metal, Rock und Sludge zusammengesetzt, aber ohne das sie chaotisch oder ordnungslos zu wirken. Die Band setzt ganz bewusst nur gesangliche Akzente ein und lässt sogar ganze Songs in progressiver Eigenart instrumental gedeihen. Auch die verschiedenen Harmonien, die sich als Riff plötzlich als Klaviereinlage wiederfinden, gibt diesem Album eine persönliche Note. Einer der besten Songs des Albums ist ‚sblood‘. Unter treibenden Drums, untermalt mit Gitarren, wird die dargestellte Rhythmik über den ganzen Song beigehalten und immer weiter ausgearbeitet. Mal gibt es Gesang in Neurosis-Manier oder die Gitarrenwände sprechen für sich. Der Schreibprozess zu diesem Meisterwerk war bestimmt nicht flott, aber die Mühen zeigen ein fantastisches Endprodukt.

Inter Arma interpretieren ihren Avantgarden-Black Metal mit Doom und Sludge auf eine außerordentliche Weise. Das Durcheinander wird den Zuhörern dann bewusst, wenn sie auf die genaue Zusammensetzung der Songs achten. Die Band wirkt frisch und frei. Während sich viele Kollegen aus ihrem Genre darauf verlassen, dass ihre Alben beklemmend wirken, gibt sich die Band hier größte Mühe, raumgreifend und offen zu klingen. Inter Arma stehen mit Sky Burial auf Akzentsetzung. Alle, die sich nach den alten Mastodon sehnen beziehungsweise nach den „kommenden“ Mastodon Ausschau halten, sollten hier rein hören! Der Geheimtipp 2013!