Ivy Quainoo – Wildfires: Überzeugender Zweitling der deutschen Ausnahmestimme

VERÖFFENTLICHUNG» 27.09.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
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Das zweite Album ist das schwerste – diese Musiker-Binsenweisheit gilt insbesondere für Casting-Show-Gewinner, wenn sie es denn überhaupt bis zu einem zweiten Album schaffen! Ivy Quainoo nimmt diese Hürde jedenfalls mit Bravour und präsentiert mit „Wildfires“ einen würdigen Nachfolger zu ihrem beeindruckenden Debüt.

Die Sängerin zeigt sich auf dem neuen Album gereifter und auch persönlicher, da sie diesmal bei vielen Songs selbst am Entstehungsprozess beteiligt war. Das musikalische Spektrum reicht von Soul-Hymnen wie „Wildfires (Light It Up)“ über Pop-Balladen wie „Empty“ bis zu tanzbaren Nummern wie „Dancing Dynamite“, „Atomic“ oder dem beschwingten „Paint Your Love“.

Manche Titel, etwa „Super Natural“ oder „Burial“ wirken etwas überproduziert. Denn auch wenn Ivy sich selbst gegen gewaltige Soundteppiche durchsetzen kann, berührt sie doch am meisten mit ruhigeren Songs, in denen ihre Ausnahmestimme wirklich zur Geltung kommt. Meine Favorit sind die intensive Ballade „300 Years“ und das von akustischen Gitarren getragenen „After All This Time“, und auch „Hey Caesar“ mit seinem Wechsel zwischen zarter Harfenbegleitung und starken Rhythmen entfaltet ein ganz besondere Wirkung.

Zum Abschluss gibt es noch ein tolles Duett – Ivy singt gemeinsam mit Songwriter Ron Sexsmith dessen Song „Imaginary Friends“ und beweist damit einmal mehr ihre musikalische Vielseitigkeit. Dass sie auch optisch sehr wandelbar ist, demonstriert sie mit spannenden und ästhetischen Fotos im Booklet. Schade nur, dass dann wohl kein Platz mehr für die Songtexte war! Trotz dieses Mankos kann „Wildfires“ insgesamt überzeugen und für Ivy Quainoo durchaus der nächste Schritt zu einer anhaltenden Karriere sein.

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