Jack Johnson – „From Here To Now To You“: der relaxte Allrounder aus Hawaii mit seinem sechsten Studioalbum

VERÖFFENTLICHUNG» 13.09.2013
BEWERTUNG» 6 / 9
ARTIST»
LABEL»
  bei Amazon bestellen

Der Mann aus Hawaii hat mit den letzten beiden Alben einige Fans überrascht: Die sonst so fröhlichen Songs wurden düsterer, es gab auch mal elektrische Klänge anstelle der üblichen Akustikgitarre. Warum auch nicht? Nur wer neue Wege geht, kann seine Grenzen ausloten. Jetzt allerdings kehrt Jack Johnson wieder zu seinen Wurzeln zurück und veröffentlicht ein entspanntes Allround-Folk-Album mit optimistischer Grundstimmung.

„From Here To Now To You“ wurde komplett an der Akustikgitarre geschrieben, bei der Studioaufnahme aber bisweilen durch ein Band-Instrumentarium aufgelockert. Der meditativen Wirkung des Feel-Good-Albums kann man sich trotzdem nicht entziehen. Das mag daran liegen, dass wieder zwei alte Bekannte mit an Bord sind: Produzent Mario Caldato hatte bereits das Hitalbum „In Between Dreams“ produziert und das kalifornische Multitalent Ben Harper trägt zu „Change“ seine geniale Arbeit an der Slide-Gitarre bei.

Nachdem Johnsons Konzerte zunächst nur etwas für Eingeweihte waren, spielt er nun die großen Hallen und Festivals. Das ist eine Erfahrung, die zurzeit auch Passenger machen dürfte. Trotzdem bleibt Johnson sich treu und schafft ein Album voller chilliger Ohrwürmer. Nicht unbedingt Songs zum Mitsingen, wie das noch auf „To The Sea“ der Fall war, aber doch einige Gute-Laune-Nummern, die Nachhaltigkeit entfalten.

Textlich stehen diesmal Familie und Heimat im Vordergrund. Das Album startet mit der Hymne „I Got You“, die Johnsons Frau gewidmet ist, und endet mit „Home“, einem naturverbundenen Stück über den Wohnsitz des Künstlers. Das ökologische Bewusstsein ist ohnehin Thema: Jack legt Wert darauf, dass seine Studioproduktion mit Solarstrom erfolgt und dass die CDs in Papphüllen verpackt werden. So sind „Shot Reverse Shot“ und „Don’t Believe A Thing I Say“ gesellschaftskritisch gehalten.

In „You Remind Me Of You“ geht es um die Tochter und Johnsons Leistungen als Vater („Daddy made you messy“), andere Songs richten den Blick in die Vergangenheit: „Washing Dishes“ entführt uns in die Jugend, „Tape Deck“ erzählt von ersten Gehversuchen in einer Rockband und „Never Fade“ thematisiert die erste Begegnung mit Ehefrau Kim. Insgesamt eine sehr persönliche Zusammenstellung.

Der folkige Charakter des Albums wird verstärkt durch den Einsatz von Ukulele, Melodica, Kalimba und Glockenspiel. Ganz im Vordergrund steht aber Johnsons Gitarre und er schafft es einmal mehr die Hörer in seine Welt mitzunehmen und mit ehrlicher, handgemachter Musik zu überzeugen.