Jason Mraz „YES!“ – verbündet sich mit einer Frauenband

VERÖFFENTLICHUNG» 11.07.2014
BEWERTUNG» 8 / 9
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Das erste rein akustische Album von Jason Mraz. Ich hätte schwören können, dass auch die vorherigen vier Album ganz dem akustischen Genre frönten – doch so kann man sich in der Wahrnehmung täuschen. Der Songwriter war zwar immer ein Mann der leisen Töne, doch wenn man zurück blickt, gab es neben den Gitarrenballaden auch manch orchestrale Momente sowie Prisen von Funk und Jazz. Diese Vielseitigkeit hat Mraz nun ein Stück weit verlassen – und er tut gut daran. Denn langweilig wird das fünfte Werk „Yes!“ dadurch trotzdem nicht.

Als Verstärkung hat er diesmal die befreundete Folkrock-Band Raining Jane mit an Bord, die in Los Angeles beheimatet ist. Die vierköpfige Frauenband mit Cello, Gitarre, Percussion und Bass war am Schreib- und Aufnahmeprozess beteiligt. Wer sich an „A Beautiful Mess“ vom letzten Album erinnert: dort hat man die Gruppierung schon zusammen gehört.

Das zweite Album „Mr. A-Z“ (2005) brachte dem damals 28jährigen Jason Mraz zumindest in den USA eine beachtliche Nummer 5 in den Billboard-Charts ein. Mit dem weltweiten Megahit „I’m Yours“ sollte sich aber alles ändern und sein Name in Verbindung mit dem dritten Album „We Sing. We Dance. We Steal Things“ plötzlich in aller Munde sein. Dabei war die Form der Veröffentlichung durchaus ungewöhnlich, denn der eigenwillige Künstler schickte die Songs vorab in EPs mit (seiner Meinung nach) noch nicht ganz ausgereiften Versionen der Stücke unter die Fans, um deren Geduld zu belohnen und das neue Werk zielsicher zu promoten.

Es hat funktioniert und er ist auf unkonventionellen Wegen locker auf dem Pop-Olymp angekommen, ohne seine Leichtigkeit zu verlieren. Diese zelebriert er nun mit Balladen wie „Rise“ und „Shine“, die das Album perfekt einrahmen. „Rise“ funktioniert als Intro, das schnell zu „Love Someone“ überleitet. „Shine“ hingegen ist der perfekte, hymnische Rausschmeißer, der als letzter Eindruck des Albums lange nachwirkt.

Seine sonnige, optimistische Seite verliert Mraz auch bei einem Song wie „Out Of My Hands“ nicht, der zur Mitte des Albums das Zerbrechen einer Freundschaft besingt. Selbst das Cover „It’s So Hard To Say Goodbuy To Yesterday“ (Boys II Men) eignet er sich in einem wundervollen mehrstimmigen Arrangement an. Gerade diese Harmonie-Gesänge sind es, die das Album lebendig machen. Da kommt bisweilen ein Stück a-cappella-Feeling auf.

Im Prinzip ist „Yes!“ eine Rückkehr. Eine Rückkehr zu den akustischen Wurzeln, die momentan bei Mitbewerbern wie Passenger, Ed Sheeran und Stu Larsen so hoch im Kurs stehen. Mir gefällt es, wie Jason Mraz die poppigen Charthits links liegen lässt und sich in Folk, Country und Blues suhlt. Im Oktober 2014 laden Jason Mraz und Raining Jane zweimal zu einem exklusiven Acoustic Evening in Deutschland ein: am 02.10. in Frankfurt (Alte Oper) und am 03.10. in Hamburg (Laeiszhalle). Hier bekommt man einen Eindruck davon, wie die Chemie zwischen Jason und seinen weiblichen Mitstreitern stimmt:

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