Jessie J – Alive: Die Britin besticht durch Klasse statt Masse

VERÖFFENTLICHUNG» 20.09.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
ARTIST»
LABEL»
  bei Amazon bestellen

Jessica Ellen Cornish aus London war schon im zarten Alter von elf Jahren musikalisch aktiv und spielte eine Musical-Rolle im Theatervierte West End. Mit 18 erlitt sie einen leichten Schlaganfall und musste karrieremäßig zurück stecken. Die zweite Phase sah eine Hinwendung zu Pop und Dancefloor vor.

Zu Beginn hat Jessie J Songs für Chris Brown, Alicia Keys und Miley Cyrus geschrieben. Das war mal ein guter Anfang. Doch ihr Ehrgeiz war die Aufnahme eines eigenen Albums, was sie 2011 verwirklichte. Und dann kam „Price Tag“, die große Single, die Fluch und Segen zugleich sein kann. Jessie äußerte selbst die Angst, noch im fortgeschrittenen Alter ihren einzigen Hit auf Nostalgie-Feten singen zu müssen.

Doch keine Sorge – mit David Guetta gab es einen weiteren kleinen Hit („Repeat“) und kurze Zeit später konnte die neue Single „Domino“ vor allem in den USA groß auftrumpfen. Jetzt ist ihr zweites Album „Alive“ erschienen. Ein Lebenszeichen, dem sich niemand entziehen sollte.

Was ihr hoch anzurechnen ist: Jessie treibt ihre Karriere ohne Stargehabe, öffentlichkeitswirksame Männerbekanntschaften und Skandalvideos an. Stattdessen schreibt sie höchstselbst hervorragende Musikstücke, die eine große Bandbreite von Dancefloor über Pophymnen bis hin zu eleganten Balladen abdecken. Stimmlich ist Jessie eine Wucht. Wer daran aufgrund eventuell verwendeter  elektronischer Hilfsmittel zweifelt, muss sich nur das herzzerreißende „I Miss Her“ anhören.

Darüber hinaus bietet Jessie J die bunte Mischung, die man von ihr erwarten kann. Einige Uptempo-Stücke, zum Teil elektronisch verschnörkelt, und viele Ohrwürmer im Midtempo-Bereich. Sie spielt mit ihrer ausdrucksstarken Stimme und hat zudem ein Händchen für gutes Songwriting. So geht zeitgemäße Popmusik!