Jimmy Eat World – Damage / Routine ist besser als nichts!

VERÖFFENTLICHUNG» 07.06.2013
BEWERTUNG» 5 / 9
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Jimmy Eat World errichteten sich mit ihrem vierten Album „Bleed American“ ihr ganz persönliches Monument in der Musikgeschichte. Kaum ein anderes Album glänzte mit soviel Vielfalt und dazu so einer Hitdichte an Songs, wie die CD mit den Trophäen auf dem Cover. Konnte das darauffolgende „Futures“ vergleichbare Qualität hervorbringen, sackte die Band seit „Chase This Light“ ein wenig in die Routine ab. Routine muss aber nicht zwingend etwas Schlimmes sein, ist seitdem keine darauffolgende LP der Herren aus Arizona sch als mittelmäßig oder gar schlecht zu betiteln.

Nun bringt die Band mit „Damage“ ihr achtes (!!!) Album heraus. Nach mehrmaligem Durchhören ist klar, dass auch dieses Album nicht an „Bleed American“ auch ansatzweise herankommt, aber auch längst nicht in Belanglosigkeit versinkt. Der Eröffnungssong „Apprecation“ beginnt – fast schon gewohnt – ruhig, bis er im dritten Drittel explodiert. Schnell wird die altbekannte Gitarrenwand, ach was schreib ich, der altbekannte Gitarrenwall aufgebaut, was die Gruppe über alle Alben immer so ausgezeichnet hat. Powervolle Refrains runden den Song im Ganzen ab. Sauber! Auch der Albumtrack „Damage“ steht dem in nichts nach.

Zu bemängeln ist jedoch bei den darauffolgenden Songs direkt: Die Unterschiede bzw. Artenvielfalt, welche die Band von „Clarity“ bis „Pain“ so eindrucksvoll in ihren Songs unter Beweis stellte, ist hier längst nicht mehr so stark vorhanden. Kaum merkt man zwischen „Lean“ und „Please Say No“ wann der Song aufhört und wann er endet. Generell sind wie gesagt alle Songs ordentlicher „Jimmy Eat World“ – Durchschnitt, mehr aber auch nicht.   Auch in der zweiten Hälfte sieht das nicht anders aus. Ist die Vorab-Single „I Will Steal You Back“ noch ein kleiner Höhepunkt, geht die Vielfalt steil Richtung Monotonie.

Ja, das große Feuerwerk bleibt auf „Damage“ aus. Einige Knaller können jedoch zünden und überzeugen, vor allem „I Will Steal You Back“. So bleibt das Album auch bei Kritikern höchstens Kollateralschaden. Fans werden ihre Freude an dem Ding haben.