John Payne belebt seine Version von ASIA neu und liefert „A Tribute To British Prog“ – so feiert man seine Wurzeln

VERÖFFENTLICHUNG» 21.03.2014
BEWERTUNG» 7 / 9
ARTIST»
LABEL»
  bei Amazon bestellen

Nach dem zeitweiligen Ende von ASIA Ende der 80er Jahre gab Mastermind Geoff Downes nicht auf und formierte gemeinsam mit dem Bassisten und Sänger John Payne die Band neu. Die Zusammenarbeit hielt fast 15 Jahre und brachte Alben wie das fantastische „Silent Nation“ hervor, musste aber 2006 letztendlich der Wiedervereinigung von ASIA in der Urformation weichen. John Payne erarbeitete in dieser Zeit gemeinsam mit Geoff Downes sieben Studio-Alben. Er gestaltete den zweiten Teil der Karriere von ASIA wesentlich mit. Danach formierte er zunächst die Band GPS und firmiert aktuell unter der Marke ASIA featuring John Payne.

Was Payne mit der Band GPS auf den Markt brachte, waren Wahnsinns-Prog-Scheiben, die das Herz jedes Fans höher schlagen ließen, und es zeigte sich, wie stark er in den letzten Jahren ASIA beeinflusst hatte. Aber ich will jetzt nicht ins Schwärmen geraten – es geht ja um den neuen Release.

„Recollections: A Tribute To British Prog“ ist eine Sammlung britischer Klassiker, die alle im weitesten Sinne das Label Progressive Rock tragen. Lieder, welche für John Payne von starkem Einfluss waren. Den Anfang macht das Instrumental „Sirius“ von Alan Parsons. Damit wird „Eye In The Sky“ glanzvoll eingeleitet. Dieser Synthie-Song ist mehr Pop als Prog, gehört aber irgendwie auch zum Zeitgeschehen dazu. John Payne bleibt mit seinen Coverversionen nah an den Originalen. Das mag manche enttäuschen, mich beruhigt es aber. „Eye In The Sky“ klingt leicht rockiger, die Herkunft bleibt jedoch unverkennbar. Und John singt die hohen Töne recht ordentlich.

Gleiches kann ich für das YES-Cover „It Can Happen“ sagen. Wundervoll-sphärisches Keyboard, hohe Gesangsstimme, glänzende Umsetzung. Dann King Crimson mit dem Paradestück „In The Court Of The Crimson King“ – gigantisch umgesetzt mit Erik Norlander am Moog. Selbst der Einfluss von Camel wird nicht vergessen und mit „Highways Of The Sun“ gewürdigt. Jawoll – die Zusammenstellung gefällt. Was ich persönlich vermisse ist ein Marillion-Song. Und natürlich die Einflüsse von Pink Floyd und Genesis. Wobei: Die Tracklist der Amazon-Version hat „Land Of Confusion“ mit dabei. Das ist auf meiner Promo nicht enthalten. Müsst ihr also selbst erkunden.

Was sich auf jeden Fall findet: Songs von ELP, UK und BJH. Die Songs sind ordentlich arrangiert und tragen ein gehöriges Stück John Payne in sich. Am stärksten vom Original hat sich „Locomotive Breath“ entfernt. Hier hört man deutlich, wie es klingt, wenn ASIA sich den Rock von Jethro Tull zu Eigen machen und mit proggigen Spielereien versehen. Großartig!

John Payne ist immer für eine Überraschung gut. Die Progwelt wartet auf die Fortführung von GPS. Er aber belebt ASIA auf seine Art neu und schüttelt locker-leicht diese Scheibe aus dem Ärmel. Ein gehöriges Stück Vergangenheitsbewältigung und ein Blick in die Zukunft. Kann nur gut werden. Egal, ob er die nächste CD unter GPS oder ASIA firmieren lässt.

[amazonButton]Hier kannst Du „Recollections“ bestellen[/amazonButton]