Jon Flemming Olsen – „Immer wieder weiter“: Imbisswirt Ingo singt Songs mit Lagerfeuer-Charme

VERÖFFENTLICHUNG» 31.01.2014
BEWERTUNG» 8 / 9
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Der Mann auf dem Cover ist wahrlich kein Unbekannter. Als Imbisswirt „Ingo“ öffnet er Dittsche das Feierabendbier, mit seiner Band Texas Lightning bescherte er uns mit „No No Never“ einen Grand-Prix Ohrwurm und unter dem Pseudonym „zsr“ gestaltet er Cover und Plakate für namhafte Künstler wie Udo Lindenberg oder Annett Louisan. Sein musikalisches Solodebüt „Immer wieder weiter“ veröffentlicht Jon Flemming Olsen nun erstmals unter seinem eigenen Namen.

Gemeinsam mit Markus Schmidt und Laurens Kils-Hütten, zwei Mitstreitern aus Texas Lightning-Zeiten, präsentiert Olsen akustisch arrangierte deutschsprachige Songs. Einige Titel hat er selbst komplett neu komponiert, bei vielen bedient er sich allerdings bekannter Klassiker, denen er frische deutsche Texte und ein neues musikalisches Gewand verpasst. So wird aus „The Ballroom Blitz“ das ironisch selbstverliebte „Karl-Heinz Schmitz“ oder aus Golden Brown das verträumte „Morgengrauen“. Inhaltlich bleiben manche Stücke dabei nah am Original, wie etwa das fast wörtlich übersetzte „Soll ich bleiben oder gehen (Should I Stay Or Should I Go)“ oder auch das leicht verbitterte „Nicht nach Haus (Drive)“. Andere verwandelt Olsen in etwas völlig Neues – so wird „Blame It On The Boogie“ zur wunderbar komischen Hymne an „Deine Mutti“ und Cee Lo Greens „Crazy“ ist die Grundlage für die beklemmende Ballade „Ich seh sie“.

Die gemeinsame Klammer für all diese unterschiedlichen Songs sind die hauptsächlich auf Bass, Gitarre und Mandoline basierenden Arrangements und Olsens unaufgeregter und trotzdem eindringlicher Gesang. In diesen Rahmen fügen sich auch seine Eigenkompositionen wie das ruhige „Bis der Morgen das Dunkel zerbricht“ oder „Schlechte Welt“  perfekt ein. Und sogar „Der Picknicker“ von den Fantastischen Vier – die einzige nicht umgedichtete Coverversion – bekommt so einen ganz eigenen Lagerfeuer-Charme.

„Immer wieder weiter“ ist in musikalischer Hinsicht das wohl bisher persönlichste Projekt von Jon Fleming Olsen  und meiner Meinung nach auch das überzeugendste. Auf jeden Fall reinhören und sich selbst überzeugen!

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