Justin Bieber aktuelles Album „Believe“

VERÖFFENTLICHUNG» 15.06.2012
BEWERTUNG» 2 / 9
ARTIST»
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Masochismus hat eine ganze Reihe von Gesichtern: Manche machen’s aus Lust und Laune, dann gibt es die 14-jährige Emos mit erstem Flaumansatz am Kinn und pinken Haarspangen, die Gott und die Welt als ihre Feinde betrachten und sie gegen sich grundlos aufhetzen. Ach ja, und nicht zu vergessen noch die Sorte von Leuten, die sich freiwillig dafür melden eine Justin Bieber CD zu reviewen.

Um diese Entscheidung zu erläutern, sich in die Abgründe dieser Musik zu wagen, folgendes:
Ich war etwas überrascht, als die Musikwebseite meines Vertrauens, der Goldkehle aus Ontario für sein letztes Album „Under the Mistletoe“ satte sechs von neun möglichen Punkten zugesprochen hat. Da gab dann einem schon zu denken und man stellte sich Fragen: Habe ich die Freundin von Selena Gomez vielleicht falsch eingeschätzt? Könnte es sogar sein, dass wir uns alle bei ihm vertan haben? Vielleicht ist Herr Bieber ja doch der lang ersehnte Messias auf den die Menschheit gewartet hat. Einer, der die großen Plattenfirmen, samt GEMA in den Allerwertesten treten wird und die Musikindustrie auf eine neue Ebene bringt, in der es auch wirklich um Musik geht und nicht nur um den Profit mit Hilfe von Plastikpop/Herzschmerz-Gedudel und Star-Allüren.

Beim ersten Song ist schon klar, als Autotunage, überzogene Beats und ein auf Stimmbruch getrimmtes Fiepsen mir entgegen summen „You’re beautiful, beautiful, you should know it / (You’re beautiful, beautiful, you should know it) / I think it’s time, think it’s time that you show it / You’re beautiful, beautiful”, dass dies leider doch nicht die Erlösung ist, auf die wir schon so lange warten. Zu glatt, zu platt, zu Bieber, da hilft auch kein Gastauftritt von Ludacris.
Es folgt die erste Singleauskopplung des Albums, „Boyfriend“, was eine Midtempo-Ballade darstellen soll, aber irgendwo in der Apokalypse der Langeweile versinkt. Textlich will man diese Graupe, was sich hier Song schimpft, gar nicht erst analysieren und so skippt man schnell zum nächsten Lied.

Um die Vielfalt des Albums zu zeigen, hier folgt eine Liste aller restlichen Songs samt Thematik:

  • Lied 3: „As Long As You Love Me“ (Die ganz große Liebe)
  • Lied 4: „Catching Feelings“ (Der Anfang einer Beziehung)
  • Lied 5: „Take You“ (Das erste Date)
  • Lied 6: „Right Here“ (Ein Mix aus Lied 3,4,5)
  • Lied 7: „Fall“ (Dreiecksbeziehung)
  • Lied 8: „Die In Your Arms“ (Zweifel an einer Beziehung)
  • Lied 9: „Thought of You“ (Zweifel an einer Beziehung, Pt. II)
  • Lied 10: „Beauty and a Beat“ (Aufreißen von Frauen)
  • Lied 11: „One Love“ (Aufreißen von Frauen Pt. II)
  • Lied 12: „Be Alright“ (Hoffnung, trotz ner kaputten Beziehung)
  • Lied 13: „Believe“ (Ein Mix aus allen Songs)

Man weiß gar nicht mehr wohin mit all der Kritik, nur so viel:
Der Achtzehnjährige „Musiker“ zeigt auch auf seinem neuen Album, dass man mit nur einem einzigen durchgelutschten Thema Millionen verdienen kann. Einen Batzen von zugegeben gar nicht mal so grauenhaften Beats – daher kommen auch die beiden Gnadenpunkte -, zuzüglich einer gehörigen Portion Autotunage und fertig ist das dritte Titanic-Album des Kanadiers mit Namen „Believe„. Volle Fahrt Richtung Eisberg, ihr Weicheier!

Die Melkmaschinerie Bieber läuft auch im Jahr 2012 auf Hochtouren und erfolgreicher denn je. Die Bauern von Universal werden mehr als zufrieden mit der Ausbeute ihres Kalbes sein.

Doch irgendwann wird der Tag kommen an dem auch ein Justin Bieber seine Knabenchorstimme verlieren wird, an dem sich langsam, aber sicher ein Bierbauch entwickelt und das mädchenhafte, faltenfreie Aussehen verblasst. Man wird älter, unbeliebter, Skandale über Drogen werden über einen hereinprassen wie ein Platzregen, vielleicht dreht der Herr völlig am Rad, rasiert sich die Haare zu einer Glatze, heiratet über Nacht seinen Jugendfreund in Las Vegas oder sperrt Damen in Schränke von Hotelzimmern ein.

Und vielleicht, ganz vielleicht wird an seine Stelle der lang ersehnte Erlöser treten, der den Plattenindustrien, den 8-12jährigen BRAVO-Leserinnen & den Typen, die solche Halbstarken entdecken gehörig in den Arsch treten und ihnen zeigen, dass man so eine Musik nicht braucht und niemals brauchen wird, um langfristig erfolgreich zu sein.

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