Katie Melua ergänzt ihre „Secret Symphony“ um weitere Coverversionen und ein komplettes Livealbum

VERÖFFENTLICHUNG» 19.10.2012
BEWERTUNG» 8 / 9
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Auf ihrem Album „The House“ im Jahr 2010 hatte sich Katie Melua verstärkt an Eigenkompositionen und in neuen Stilrichtungen versucht. Das war als Emanzipation von ihrem langjährigen Mentor Mike Batt gedacht, der zwar weiter als Produzent mitwirkte, aber ansonsten im Hintergrund blieb. Das Ergebnis war ein recht erwachsenes Album der georgisch-britischen Künstlerin, aber es fehlte auch das Salz in der Suppe, nämlich die Genialität, die in der Vergangenheit vor allem aus der Zusammenarbeit zweier verwandter Seelen entstanden ist.

Anfang 2012 kehrte die Sängerin mit der betörenden Stimme auf vertrautes Terrain zurück und hatte sich für ihr aktuelles Werk „Secret Symphony“ wieder Mike Batt als Komponisten mit ins Boot geholt. Entstanden sind sieben neue Songs und vier außergewöhnliche Coverversionen, die mit Band und Orchester in den Londoner Air Studios eingespielt wurden. Die Single „The Bit That I Don´t Get“ besticht mit entspanntem Groove und interessanten Twists in der Melodieführung, und „Better Than A Dream“, „Forgetting All My Troubles“ und „The Walls Of The World“ sind wunderbar verträumte Balladen, wie wir sie von Katie Melua kennen und lieben.

Bei den Coverversionen überzeugt vor allem das wunderschöne „Gold In Them Hills“, aber auch das sehr akustisch gehaltene „All Over The World“. Den Jazz-Klassiker „Moonshine“ und das bluesige „Nobody Knows You When You´re Down And Out“ macht sich die Sängerin auf ihre unnachahmliche Art zu Eigen.

Für die „Special Bonus Edition“, die jetzt im Vorweihnachtsgeschäft erscheint, wurde das Tracklisting noch um vier Bonustracks erweitert, die es bislang exklusiv bei ITunes gab. Es handelt sich um Cover-Versionen von Edwina Hayes, Bonnie Raitt, Elvis Presley und Roy Orbison. Alle Songs passen gut in die Ausrichtung des Albums und vor allem dem altbekannten „Love Me Tender“ kann Katie durchaus neue Aspekte abgewinnen.

„Secret Symphony“ bietet alles, was man von einer erneuten Zusammenarbeit Katie Meluas mit Mike Batt erwarten kann. Insofern gibt es zwar keine Überraschungen, aber jede Menge berührender und großartig interpretierter Pop-Melodien. Dass diese Mischung live immer noch bestens funktioniert zeigt die zweite CD des neuen Pakets mit dem Titel „Live In Berlin“.

21 Songs – ein Mitschnitt vom diesjährigen Sommerkonzert am 9. Juli vor der spektakulären Kulisse des Gendarmenmarktes. Um vor allem den symphonischen Titeln den letzten Schliff zu geben, wurde Katie vom Deutschen Filmorchester Babelsberg begleitet. Das 55köpfige Orchester stand unter der Leitung von (wie soll es anders sein) Mike Batt. Geboten wird eine Rundreise durch alle Alben, natürlich mit großen Hits wie „Nine Million Bicycles“ und „The Closest Thing To Crazy“. Katies Songs sind oft ein Druck auf die Tränendrüsen, Gänsehaut-Erzeuger und (wie Spötter gern sagen) auch mal Kitsch-Erzeugnisse. Der emotionale Faktor wird durch das Orchester sicher noch verstärkt, doch das Gesamtergebnis ist absolut stimmig. Die Musik ist für eine orchestrale Umsetzung wie geschaffen.