Kim Wilde hat das Zeug zum Weihnachtsengel: „Wilde Winter Songbook“

VERÖFFENTLICHUNG» 22.11.2013
BEWERTUNG» 8 / 9
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Jetzt ist es also doch passiert und auch auf meinem Schreibtisch landet eines der unzähligen Weihnachtsalben, die im Herbst 2013 erscheinen. Normalerweise überlasse ich das festliche Gedudel ja meiner liebsten Astrid, aber hier hat sich ein Song eingeschlichen, der zu meinen favorisierten Weihnachtssongs gehört und im Original von den Fleet Foxes gesungen wird: „White Winter Hymnal“. Den singt Kim Wilde gemeinsam mit ihrem Vater Marty und ihrem Bruder Ricky – zwar mit Instrumentenbegleitung, aber in einem mehrstimmigen Arrangement – und es gelingt den Dreien, die Atmosphäre des Originals authentisch zu transportieren.

Kimberly Smith alias Kim Wilde – Ikone des 80er-Jahre-Rock, Aushängeschild der britischen Popmusik, Traumfrau einer ganzen Generation. Eigentlich soll man ja über das Alter hübscher Frauen nicht reden, aber es macht auch keinen Sinn, es zu verschweigen. Schließlich sieht man der Guten nicht an, dass sie schon ein halbes Jahrhundert an Erfahrung mit sich rumschleppt.

Ihr Album „Wilde Winter Songbook“ enthält zwölf Stücke in stimmungsvollen Neuaufnahmen. Zu Beginn und zum Abschluss gibt es zwei hochkarätig besetzte Duette. Den Klassiker „Winter Wonderland“ singt Kim im Duett mit Rick Astley. Ich will ja nicht lästern, aber Ricks schmalzige Stimmfarbe ist die perfekte Besetzung für diesen orchestralen Song, der ganz von selbst den Duft von Lebkuchen und das Bild brennender Kerzen erzeugt.

Und zum Glück ist nicht alles so beschaulich, denn Kims Superhit „Rockin‘ Around The Christmas Tree“ findet sich natürlich auch – diesmal im Duett mit Nik Kershaw. Diese Zusammenarbeiten sind sehr gefällig und dazu möchte ich auch den Song „Burn Gold“ zählen, der in ein herzzerreißendes  „Silent Night“ überführt, das Kim zweistimmig mit Hal Fowler anstimmt.

Das waren die Duette – doch Kim überzeugt allein ebenso. Mit gefühlvoller Stimme verleiht sie Standards wie „Let It Snow“ und „Winter Song“ neue Impulse. Hinzu gesellen sich sechs starke Eigenkompositionen. Kim Wilde überrascht bei „Hope“ mit einer schönen Klaviermelodie und einem hymnischen Abschluss. Ebenso gefühlvoll singt sie die Ballade „One“ und das mit akustischen Gitarren versehene „Song For Beryl“.

Ich muss gestehen, dass ich von diesem Release sehr positiv überrascht bin. Kim Wilde ist stimmlich weiterhin eine Bank und es gelingt ihr, sehr eingängige und getragene neue Songs zu schreiben. Wer den ewigen Weihnachts-Einheitsbrei satt ist, sollte diesem Album gerne mal ein Ohr gönnen.
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