Kim Wilde zum 25jährigen von „Close“ – eine Edition für nostalgische Momente

VERÖFFENTLICHUNG» 30.08.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
ARTIST»
LABEL» ,
  bei Amazon bestellen

Kim Wildes sechstes Album „Close“ wurde 1988 veröffentlicht – im gleichen Jahr, als sie Michael Jackson bei seiner Welttournee begleitete. Kimberly Smith (so heißt sie mit bürgerlichem Namen) war die Ikone des 80er-Jahre-Rock, Aushängeschild der britischen Popmusik, Traumfrau einer ganzen Generation. Die nimmermüde Sängerin ist seit 1980 aktiv und war eigentlich nie richtig weg vom Fenster. Klar, da gab es eine längere Veröffentlichungspause zwischen 1995 und 2006, doch ein Best-Of-Album rief 2001 die alten Hits wie „Kids In America“, „You Came“ und „You Keep Me Hangin‘ On“ in Erinnerung. Und dann war da natürlich die erfolgreiche Kollaboration mit Nena zur englischen Version von „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Charts stürmte. 2010 gab es das Album „Come Out And Play“ und kurz darauf ein Cover-Album mit dem Titel „Snapshots“.

2013 steht aber ganz im Zeichen des 25jährigen Jubiläums von „Close“. Aus diesem Anlass erscheint eine „Remastered Expanded Edition“, die einiges zu bieten hat. Zunächst einmal das remasterte Album. Klar. Das hört sich auch in der Bearbeitung immer noch sehr nach 80er Jahre an. Eine klangliche Zeitreise, die Bilder von seltsamen Frisuren, Discokugeln und Zauberwürfeln herauf beschwört. Auf Anhieb hätte ich nur „You Came“ als bekannten Song nennen können, aber natürlich waren da mehr Ohrwürmer drauf: „Hey Mister Heartache“, „For Letter World“ und „Never Trust A Stranger“ – alles nach wenigen Takten wieder fest im Gedächtnis verankert. Kim Wilde gab den meisten Songs eine rockige Grundhaltung mit. Das war in den 80ern eine mutige Entscheidung und verhalf ihr trotzdem zu Dauer-Airplay im Radio und auf den Tanzflächen der Discotheken. Die Songs funktionieren auch heute noch.

Womit füllt man die Expanded Edition auf? Zunächst einmal mit den B-Seiten der Single-Veröffentlichungen. Ebenfalls drei respektable Tracks, die sich harmonisch in den Klang des Albums einfügen. Dann die damals üblichen Single-Edits, womit CD 1 gut gefüllt wäre. Ich erfreue mich aber auch sehr an CD 2, die das enthält, was die 80er zu einem so hörenswerten Ereignis machte: die langen, bisweilen megalangen Versionen der Maxi-Singles. Höhepunkte sind „Hey Mister Heartache“ in einer 8-Minuten- und „You Came“ in einer 7-Minuten-Version. Hübsche elektronische und rhythmische Spielereien inklusive. Daneben Tracks „A cappella with Percussion“, „Dub Versions“ und diverse Mixe. Okay – auf Dauer wird es etwas nervig, den gleichen Song viermal hintereinander zu hören. Aber was tut man nicht alles für nostalgische Momente.