Kiss lassen das „Monster“ von der Leine!

VERÖFFENTLICHUNG» 05.10.2012
BEWERTUNG» 8 / 9
ARTIST»
LABEL»
Kiss Monster bei Amazon bestellen

Im Januar 2013 ist es genau 40 Jahre her, dass Gene Simmons und Paul Stanley zusammen mit Drummer Peter Criss und Gitarrist Ace Frehley eine Band namens Kiss gründeten. Anfangs wurde das Quartett aufgrund seiner geschminkten Gesichter noch als „Comicfiguren“ verspottet. Vier Jahrzehnte, 28 Gold- und insgesamt über 100 Millionen verkaufte Alben später haben sich Kiss längst einen festen Platz im Rock-Olymp erobert. Mitte diesen Jahres feierten sie ihr Jubiläum bereits mit einer fast schon biblisch anmutenden Buchveröffentlichung: „Kiss Monster“, einer Sammlung von Artworks und 126 Fotos aus allen Phasen ihrer Karriere, weltweit auf 1.000 Exemplare limitiert und von den vier Bandmitgliedern persönlich signiert. Ein wahrer Gigant von einem Buch mit einer Höhe von 90 cm, 75 cm in der Breite, 5 cm dick und 25 kg schwer. Jetzt kehren Simmons und Staley und ihre langjährigen „neuen“ Mitstreiter Tommy Thayer (Gitarre) sowie Eric Singer an den Drums zurück und legen ihr 20. Studioalbum vor, das passenderweise ebenfalls „Monster“ heißt.

„Monster“ ist das erste Album seit ihrem Megaseller „Sonic Boom“ von 2009. Der Sticker auf dem Frontcover verweist gleich dezent auf dessen musikalische Ausrichtung: „Kein Füllmaterial, keine Balladen, bloß volles Rohr Rock’n’Roll“ steht da. Und tatsächlich huldigen Kiss in den zwölf Songs ihren Wurzeln und all den Idolen, die sie einst zur Gitarre, dem Make-Up und den Flammenwerfern greifen ließen. „Freak“ klingt ein bißchen nach The Who, „Wall Of Sound“ nach Led Zeppelin und der Einstieg in „Take Me Down Below“ könnte auch von AC/DC sein. „Auf diesem Album gibt es kein Symphonieorchester, keinen Knabenchor, keine Keyboards“, hatte Gene Simmons vorher versprochen. Er hat Wort gehalten.

Stattdessen gibt es ohne Pause scharfkantigen Riff-Rock. Ab und zu wird es auch mal bluesig wie in der bestens zur Stadionhymne geeigneten Spaßnummer „All For The Love Of Rock & Roll“. Das Besondere an „Monster“: Es ist ein echtes Bandprojekt. Alle Vier haben daran mitgeschrieben und Leadvocals gesungen. Das Ergebnis klingt ungemein frisch, abwechslungsreich und ist voller Überraschungsmomente. Ich wette, dass jeder einzelne Song live ein absoluter Knaller wird. Einzige nennenswerte Ausnahme ist da nur „Outta This World“, das ein wenig zu sehr auf Radio getrimmt und nach Schema F aus dem Rockbaukasten zusammengesetzt ist.

Natürlich erfinden Kiss mit „Monster“ das Rad, auf dem sie die vergangenen 40 Jahre erfolgreich gefahren sind, nicht nochmal neu. Aber sie verbreiten damit knapp 44 Minuten lang verdammt gute Laune. Es ist ein ursprüngliches und ehrliches Album, das all den Möchtegernrockern kräftig in den Hintern tritt, die dachten sie könnten sich das Erbe der vier Altmeister kurzerhand und quasi im Vorbeigehen mal eben so unter den Nagel reißen. Ist nicht! Das wahre Monster heißt immer noch Kiss. All for The Starchild, The Demon, The Spaceman, The Cat!

Unsere Kiss Empfehlung

Monster
119 Bewertungen
Monster
  • Kiss, Monster
  • Universal (Universal Music)
  • Audio CD

Letzte Aktualisierung am 17.08.2017 um 18:12 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Weitere Empfehlungen zu Kiss

Bestseller Nr. 1
Kiss 40 (Best of)
Kiss, Kiss 40 (Best of) - Universal (Universal Music) - Audio CD
16,99 EUR
Bestseller Nr. 2
The Very Best Of Kiss
Mercury - MP3-Download
7,99 EUR
Bestseller Nr. 3
Kiss: Live in Vegas [OV]
Multicom Entertainment Group (01/02/2016) - Running time: 39 min - Paul Stanley, Gene Simmons, Peter Criss, Ace Frehley - Englisch
Verfügbar über Amazon Video

Letzte Aktualisierung am 18.08.2017 um 14:41 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API