„Kiss Me Once“ reicht nicht aus – Kylie Minogue will man öfters küssen

VERÖFFENTLICHUNG» 14.03.2014
BEWERTUNG» 7 / 9
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Mit 70 Millionen verkauften Tonträgern gehört Kylie Minogue immer noch zu den ganz Großen. Was für eine Show hat sie zum letzten Album „Aphrodite“ abgeliefert! Das war ganz großes Kino im XXL Bühnenformat und brauchte sich vor den selbst ernannten Pop-Prinzesschen und Königinnen der Neuzeit nicht zu verstecken. Seit ihren Gute-Laune-Nummern Ende der 80er Jahre verfügt Kylie über den nötigen Glamourfaktor und liefert Album um Album eingängige Dancefloor-Musik.

Elf Studioalben hat Kylie Minogue inzwischen auf den Markt gebracht – allesamt Ausdruck einer einzigartigen Karriere mit vielen musikalischen Höhen und einem schweren, krankheitsbedingten Tief. Und dann hat sie 2012 mit ihren „Abbey Road Sessions“ ein überraschendes Werk veröffentlicht, das für mich zu den besten Alben des Jahres zählte. Mal ohne elektronische Beats und stattdessen mit akustischer Gitarre, Piano oder gar dem großen orchestralen Besteck unterlegt. Da musste man genau hinhören, um die Partykracher hinter den filigranen Melodien zu entdecken.

Die Hinwendung zum melodischen Pop war schon länger spürbar, auch wenn „Kiss Me Once“ natürlich wieder ein traditionelles Album ist, das mit astreinen Popsongs und designierten Discohits aufwartet. Kylie lässt sich auf ihrem Weg nicht beirren. Auch ohne Glamour, Maskerade und Allüren kann sie ein Album zum Abtanzen auf den Markt schmeißen und das Disco-Feeling des vergangenen Jahrtausends in die Gegenwart retten. Es gibt zwar einige ruhige Klänge, doch langsame Kuschel-Nummern sucht man vergebens.

Was fehlt, ist auch diesmal der Überhit, der die Charts stürmen kann. „Into The Blue“ geht in die richtige Richtung und wird zum Ohrwurm, der ihren aktuellen Stil am besten beschreibt. Auch der Titeltrack in Zusammenarbeit mit Sia Furler und das von Pharrell Williams geschriebene „I Was Gonna Cancel“ funktionieren sehr gut. Hier etwas Funk, da Ansätze von R&B – damit zeigt sie sich auf der Höhe der Zeit.

Kylie ist ohne Frage und immer noch Kult. Als Person sammelt sie sowieso einen Sympathiepunkt nach dem anderen. Wenn dann noch ein solides Album heraus kommt, hat sie alles richtig gemacht – mal wieder. Schade nur, dass es mit knapp 39 Minuten sehr kurz geraten ist. Wenn ich im Laden stünde, würde ich wohl zur um zwei Tracks erweiterten Deluxe Edition greifen und mich fragen, warum es die kürzere Version überhaupt gibt.

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