Klaus Hoffmann und „Sehnsucht“ – ein Album im Stil alter Liedermacherkunst

VERÖFFENTLICHUNG» 17.10.2014
BEWERTUNG» 7 / 9
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Das letzte Album des Liedermachers im Jahr 2012 trug den Titel „Berliner Sonntag“ und widmete sich ganz der heiß geliebten Heimatstadt von Klaus Hoffmann. Das neue Album heißt „Sehnsucht“ und es ist im Grunde ein sehr leises Album geworden – genau wie die bewegenden Konzerte, die Hoffmann in den vergangenen Jahren gab, in vielen Momenten sehr nachdenklich und melancholisch waren. Der orchestrale Bombast, den viele Veröffentlichungen der Vergangenheit mit sich brachten, ist ganz den Songs mit Akustikgitarre und Piano gewichen. Diese Rückkehr zum Liedermacher-Stil nach Art seines guten Freundes Reinhard Mey gefällt mir sehr gut.

Die Songs sind zum Teil ziemlich beschwingt. Da ist „Sie sind wieder da“, das die Rückkehr der Kraniche besingt“, und vor allem „Sie tut mir gut“ als Lovesong an das kleine Mädchen Emma. Gitarrenstücke wie „Mein Herz ist ein Kind“ tragen das ganze Album, das mit seiner akustischen Ausrichtung wunderbar homogen klingt. Das Älterwerden und die eigene Vergänglichkeit werden zum großen Thema, wenn Hoffmann vom Mann auf der Bank singt, der alles verloren hat. Und ganz besonders im traurigen Song „Gestern“, der sich mit einem Krankheitsbefund beschäftigt, der dem Protagonisten plötzlich bewusst macht, dass das Leben nicht ewig weiter gehen wird.

Ebenso prägend für „Sehnsucht“ sind die philosophischen und träumerischen Momente. Klaus Hoffmann ist ein guter Erzähler von Anekdoten und Geschichten, die er ins Liedschema presst. „Was wir sind und wer wir waren“ hält ebenso Rückschau wie das sympathische „Die einfachen Dinge“ und das melancholische „Liebe war es immer“. Über den Tod hinaus geht es mit „Ich träum mich zu dir hin“, während ein anderer Song („Nein, ich sperr nicht meine Träume ein“) den Traum als Mittel zum Widerstand nutzt.

Klaus Hoffmann fesselt seine Hörer mit einer sehr angenehmen Stimme, intelligenten Texten und einschmeichelnden Melodien. Der Wortwitz ist wichtig, doch gerade die bewegenden Momente nehmen den Hörer sofort gefangen. Es ist schön, dass er als Teil der „alten“ Liedermacher-Garde noch solch junge und starke Alben produziert. Und wie er mit seinem Abschluss „Es fängt alles wieder an“ kund tut, hat er noch lange nicht vor, damit aufzuhören.

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