Klaviermusik mit viel Gefühl und großem Orchester – Richard Clayderman meldet sich mit seinem aktuellen Album „Romantique“ zurück

VERÖFFENTLICHUNG» 15.02.2013
BEWERTUNG» 6 / 9
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Der französische Pianist Richard Claydermann zählt zu den bekanntesten Interpreten der sogenannten populären Klassik. Untrennbar ist sein Name bis heute mit der „Ballade Pour Adeline“ verbunden, deren Einspielung ihn 1977 weltberühmt macht – nur wenige wissen dagegen, dass das Stück aus der Feder des zeitgenössischen Komponist Paul de Senneville  stammt, der es seiner kleinen Tochter widmete. Erstmals seit über zehn Jahren veröffentlicht Clayderman nun wieder ein neues Album mit dem bezeichnenden Titel „Romantique“.

Neben beliebten klassischen Stücken wie „The Flower Duet“ oder „O Mio Babbino Caro“ finden sich auf  „Romantique“ berühmte Film- und Musicalmelodien, etwa aus „Les Misérables“ oder „Schindler´s List“, sowie moderne Popsongs wie  „You Raise Me Up“. Auch die Ballade Pour Adeline ist mit dabei, und zwar in der remasterten Originalversion von 1977. Nostalgiker werden sich freuen, mir persönlich gefällt die pure Klavierversion von 2007 aber deutlich besser.

Die feine Linie zwischen Romantik und Kitsch wird von Clayderman leider öfter mal überschritten. Bei den meisten Titeln wird er vom Bulgarischen Symphonieorchester begleitet, was bei Werken wie Khachaturians „Adagio from Spartacus“ oder Prokofievs „Montagues & Capulets“ zwar für die nötige Dichte und Dramatik sorgt,  bei der anfangs überzeugenden Interpretation von Adeles Hit „Someone Like You“ aber etwas zu viel des Guten ist. Auch die sehr opulente Version von Leonard Cohens „Hallelujah“ mit großem Chor im Refrain trifft nicht ganz meinen Geschmack. Sehr wohltuend wirkt dagegen das reine Klavierstück „Le Onde“, das Clayderman schön bewegt und fließend präsentiert.

Seine treuen Fans wird Richard Clayderman mit „Romantique“ sicher wieder begeistern und er könnte damit auch den Nerv der wachsenden Fangemeinde von Klassik-Crossover à la David Garett und Co. treffen. Nur schade eigentlich, dass er mit der Veröffentlichung knapp den Valentinstag verpasste.