Konrad Wissmann – Parole: Das Ende von Ruben Cossani, der Anfang einer neuen Zeit

VERÖFFENTLICHUNG» 31.05.2013
BEWERTUNG» 6 / 9
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Konrad Wissmanns aktuelle Single trägt den Titel „Erst das Ende dann der Anfang“. Passt gut zu dem 29jährigen Singer / Songwriter, denn bis vor kurzem gehörte er noch zur Hamburger Band Ruben Cossani, die sich im März 2012 nach knapp sechs Jahren Tätigkeit aufgelöst hatte. Über die Gründe kann man nur spekulieren, doch der Titel des abschließenden Livealbums sagte einiges: „Zu gut für diese Welt“. Das Urteil der Kritiker war oft überwältigend, der kommerzielle Erfolg blieb allerdings aus.

Immerhin hat Wissmann seinen kongenialen Mitstreiter Michel van Dyke gleich mit ins Solo-Debüt genommen. Der war als Produzent und Komponist schon für Echt, Jasmin Wagner und Fury in the Slaughterhouse tätig. Jetzt schrieb er Texte für einige eigene Stücke seines Freundes. Darüber hinaus aber findet sich auf dem Album „Parole“ eine ganze Reihe von Coverversionen französischer Chansons, die in weiten Teilen mit deutschen Texten versehen wurden.

Da wäre zum Beispiel „Quelqu‘ m’a dit“ von Carla Bruni, das nun „Irgendwer hat’s mir gesagt“ heißt. „C’est si bon“ stammt aus den 50er Jahren und wurde von Henri Betti gesungen. Gleich drei Titel stammen von Charles Aznavour, darunter auch die sattsam bekannte deutsche Interpretation „Du lässt dich gehen“. Und der bekannte Chansonnier Gilbert Bécaud ist mit zwei Stücken vertreten.

Trotz dieser nach Epochen und Ursprüngen bunt gemischten Zusammenstellung klingt das Album sehr homogen. Konrad Wissmann hat sich große Mühe gegeben, die Stücke zu seinen eigenen zu machen, das französische Flair zu wahren und doch seine vokalen Fähigkeiten nicht zu verbergen. Die Arrangements sind akustisch gehalten, mit viel Piano und dem Einsatz einer Violine. Hinzu kommen gefühlvolle Texte, die mal zum Nachdenken anregen, mal viel Humor mit sich bringen. So entstand ein schönes deutsch-französisches Album, das die Leichtigkeit Südfrankreichs nach Hamburg trägt.