Kreator – „Dying Alive“: Oberhausen zerstören und sterben

VERÖFFENTLICHUNG» 30.08.2013
BEWERTUNG» 8 / 9
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Lassen wir zunächst mal den Meister selbst zu Wort kommen: „Die Show am 22. Dezember 2012 war etwas ganz besonderes für uns. Einen Tag nach dem offiziellen Weltuntergang war die Homecoming-Show in der Turbinenhalle besonders intensiv. Wir waren vorher auf mehreren Kontinenten unterwegs und haben sehr spezielle Gigs gespielt. Aber keines der Konzerte war so voller Energie, wie das in der Turbinenhalle. Es sind Fans aus ganz Deutschland, Belgien und Holland angereist um die DVD zu etwas magischen werden zu lassen. Auf unsere Fans ist Verlass und auf Konzerte im Ruhrpott sowieso. Beim Schneiden des Materials bemerkte ich erst, wie gut alles gepasst hat an jenem Abend im Dezember. Danke an die Fans. Diese DVD ist für euch!“ – Mille Petrozza.

Am 22. Dezember 2012 beendeten KREATOR ihre ausgedehnte Europa-Tour und damit ein überaus erfolgreiches Jahr. Kein Wunder, dass sie dieses Konzert in der Heimat für die Nachwelt erhalten wollen. Die Historie der Essener Band ist über die Jahrzehnte hinweg eng mit der Geschichte des Heavy Metal verbunden. In den 80ern trugen KREATOR neben Bands wie Sodom und Destruction maßgeblich zur Verbreitung des neuen Genres in Deutschland bei. Alben wie „Terrible Certainity“ und vor allem „Pleasure To Kill“ gelten auch heute noch als schwermetallische Standardwerke. Die 90er brachten allerdings den bekannten Grunge-Hype mit den Speerspitzen Nirvana und Pearl Jam, was nicht nur Ikonen wie Megadeath und Metallica in arge Bedrängnis brachte, sondern auch dazu führte, dass Kreator musikalische Experimente wagten und Elemente von Death, Industrial oder gar Gothic Metal in ihren Outputs verwursteten. Erst seit Anfang des neuen Jahrtausends darf man von einem Thrash-Revival sprechen und auch Kreator kehrten mit „Violent Revolution“ und „Enemy Of God“ zu alten Tugenden zurück. Es folgten „Hordes Of Chaos“ und der vorläufige Höhepunkt „Phantom Antichrist“. Die Veteranen aus dem Ruhrgebiet sind und bleiben damit ganz oben – das kann man beim Konzert in der Oberhausener Turbinenhalle deutlich spüren.

Im Mittelpunkt stehen die Songs des aktuellen Albums und eine perfekte Setlist mit den beliebtesten Klassikern. Der erste Teil der Show gehört den jüngeren Stücken, später folgen Kracher wie „Extreme Aggression“, „Endless Pain“ und „Pleasure To Kill“. Das Team um Mille Petrozza bietet eine Show voll instrumentaler Härte und purem Thrash. Als Bühnenbild ist das Cover von „Phantom Antichrist“ aufgebaut und das Konzept geht voll auf. Von Beginn an hat man die Masse im Griff, dirigiert Circle Pit und Wall Of Death. Milles Ansagen sind dabei gewohnt grenzwertig, wenn er ständig dazu aufforderte, die Aggressivität raus zu lassen, die Turbinenhalle kurz und klein zu schlagen und am besten die umstehenden musikalischen Freunde allesamt zu töten. Das Ergebnis wird sehr anschaulich anhand von Kameras gezeigt, die direkt aus dem Circle Pit filmen und uns die blauen Flecken virtuell spüren lassen. Hektik und Unschärfe auf DVDs sind normalerweise gar nicht mein Ding, aber zu dieser rasanten Show passt das einfach wie Faust aufs Auge. Der Sound ist genial und man kann den Bildern trotz rasanter Schnittfolgen durchaus folgen.

Die Setlist entspricht dem, was auf der ganzen Tour gespielt wurde. Wer dabei war, wird sich damit absolut wohl fühlen. Das Ganze gibt es in den Formaten DVD, BluRay, Vinyl, als Audio-2-CD (mit fünf Bonustracks) und als besonderen Clou in Form eines Earbooks, das auf einer dritten CD rares Material von „Phantom Antichrist“ (Demos und Rehearsels) enthält. Ein verdammt geiles Gesamtpaket, ordentlich verpackt und mit monsterhaftem Cover. Als Bonus der visuellen Versionen finden sich das übliche Making Of und zwei Videotracks mit postapokalyptischem Bildmaterial.

Vorgeschmack? Klaro:

Unsere Kreator Empfehlung

Dying Alive
18 Bewertungen
Dying Alive
  • Dying Alive by Kreator (2013-01-01)
  • Kreator, Dying Alive
  • Nuclear Blast (Warner)
  • Audio CD

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