Kristoffer Gildenlöw – Rust: Der ehemalige Bassist von Pain Of Salvation mit seinem Solodebüt

VERÖFFENTLICHUNG» 24.05.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
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Kristoffer Gildenlöw ist der jüngere Bruder von Daniel Gildenlöw – seines Zeichens Frontmann der Progger Pain Of Salvation, die sich in den letzten Jahren eine weltweite Fangemeinde erspielt haben. Kristoffer war 1994 bis 2006 ebenfalls Teil der Band und spielte den Bass. Die Gründe für sein Ausscheiden kenne ich nicht, aber es mag vielleicht an der rockigeren Ausrichtung gelegen haben, die sich mit „Scarsick“ bei PoS abzeichnete. Wenn man nämlich Kristoffers Solowerk „Rust“ hört, scheint es direkt an das virtuose und sperrige PoS-Album „BE“ anzuknüpfen, das 2004 erschien.

Wer heute die Reviews in den großen Metalzeitschriften liest, denkt bei PoS vor allem an hohe Härtegrade. Doch Kenner wissen, dass die Band schon immer eine sehr filigrane, melancholische Seite hatte, die in einzelnen Songs zu Tage tritt und das Konzeptwerk „BE“ durchgehend beherrschte.

Das Solowerk von Kristoffer Gildenlöw ist durchgehend in leisen Tönen gehalten. Seine Vocals klingen sehr düster, sehr zerbrechlich. Er hat eine sanfte Stimme, die bisweilen ins weinerliche ausschlägt. So erwartet den Hörer eine emotionale Reise, die Fans von Roger Waters, Anathema und Elbow durchaus begeistern dürfte. Der Einsatz von Instrumenten ist dabei sehr dezent – als wolle man die musikalischen Gedankengänge des Sängers möglichst wenig stören. Laut wird es vor allem dann, wenn weitere Stimme einsetzen. Vor allem starke weibliche Begleitstimmen sind mit dabei, die die Songs in polyphonen Klängen bereichern und zeitweise bis zu einem Chorgesang anschwellen.

Alles in allem ist „Rust“ eine sehr verträumte Reise durch Erinnerungen und Träume – eine Mischung aus Ambient, Art Rock und Folk. Wer sich darauf einlässt, bekommt ein wunderbar filigranes Album, das in sich sehr geschlossen klingt.