Led Zeppelin beginnen von vorn und veröffentlichen 1-3 als remasterte Deluxe Edition

VERÖFFENTLICHUNG» 30.05.2014
BEWERTUNG» 9 / 9
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Der 30. Mai 2014 war ein Tag, auf den viele Fans der großen Rockband lange gewartet haben: Led Zeppelin reisen zurück in ihre Anfangstage und beginnen damit, alle neun Alben aus den Jahren 1969 bis 1982 in remasterter Form und als Deluxe Editionen neu zu veröffentlichen. Man will sich dabei an die chronologische Reihenfolge halten und beginnt dementsprechend mit den Alben „Led Zeppelin“, „Led Zeppelin II“ und „Led Zeppelin III“ (die Covergestaltung war schon sehr einfallsreich, die Namensgebung weniger).

Das Debüt der britischen Rocker galt und gilt als Meisterwerk. Jimmy Page, Robert Plant, John Paul Jones und John Bonham Fanden sich nach dem Ende der Yardbirds zusammen und nannten sich zunächst The New Yardbirds. Eine Skandinavien-Tour später kam die Namensänderung und man konzentrierte sich auf das Debüt als Led Zeppelin.

Jedes der vier Bandmitglieder trug Teile zum Album bei und die Mischung aus Blues und Rock machte es zu seiner Zeit einzigartig. Songs wie „Dazed And Confused“ und „Communication Breakdown“ wurden zu Langzeit-Klassikern der Band. Und auch Coversongs wie der Bluesstandard „You Shook Me“ kamen in den neuen Versionen sehr gut an. Obwohl Led Zeppelin anfangs noch viel Kritik einstecken mussten, wurde das Album inzwischen mehrfach in die Rangliste der erfolgreichsten Alben aller Zeit gewählt (so vom Rolling Stone und der Times).

Warum aber nun die Neu-Edition? Jimmy Page hat das Remastering selbst übernommen. Wäre auch ein Wunder gewesen, wenn er dafür auf Dritte zurück greift. Neue Technik, saftiger Sound – der Tüftler, der gern alle Fäden in der Hand hält, hat auch hier alles richtig gemacht. Für Fans interessant dürfte die Bonus-CD sein, die einen Konzertmitschnitt aus Paris („Live At The Olympia“ – 10.10.1969) enthält. Ein klanglich starkes Liveerlebnis, das alles in den Schatten stellt, was es an Bootleg-Aufnahmen aus dieser Zeit gibt. Wundervoll, dass Page sich dieser Aufnahme angenommen und sie so sauber aufbereitet hat. Fast das komplette erste Album und dazu „Heartbreaker“ sowie „Moby Dick“ vom zweiten – das lässt Fanherzen höher schlagen.

„Led Zeppelin II“ beginnt mit „Whole Lotta Love“. Dazu muss man nicht mehr viel sagen. Wer die Band nach diesem Track nicht kannte, hatte den Wechsel von den 60ern zu den 70ern komplett verschlafen. Viele Gruppen des späteren Heavy Metal gaben an, von diesem Werk inspiriert worden zu sein. Das spricht Bände. Selbst die Ballade „Thank You“ weiß im Rückblick zu begeistern.

Die Companion-Disc enthält dann leider kein Livekonzert, sondern einige frühe Mixe der Albumsongs. Man darf nicht vergessen, dass das Werk noch im selben Jahr erschien wie das Debüt. Früher war die Schlagzahl deutlich höher als bei heutigen Bands und die Wandlung vom Blues zum Rock vollzog sich rasend schnell. Erfreuen wir uns also an den rauen Urversionen und dem Bonustrack „La La“, einem bisher unveröffentlichten Song im Jam-Stadium.

„Led Zeppelin III“ schließlich kam ein Jahr später auf den Markt und wirkte zur Überraschung der Fans sanfter, folkiger und brachte viele akustische Elemente mit sich. Immerhin war das Cover ein glänzendes Beispiel dafür, wie sich gestalterische Kunst und Musik gegenseitig inspirieren. Wenn die Wirkung beim CD-Digipack auch nachlässt, ist es doch ein feiner Zug, die Umsetzung der rotierenden Coverscheibe auf die CD-Version zu übertragen. Musikalisch gibt es den starken „Immigrant Song“ und Balladen wie das romantische „Since I’ve Been Loving You“.

Disc 2 bietet als Companion wieder neue Mixe, so beispielsweise „Friends“ in einer Instrumentalversion und die neuen Instrumentals „Bathroom Sound“ und „Jennings Farm Blues“. So erhält man einen guten Einblick in den Entstehungsprozess, ist doch letztgenannter Song nichts anderes als eine Zusammenstellung aller Gitarren-Overdubs, die am 13.12.1970 aufgenommen wurden und später in dem Song „Bron-Y-Aur-Stomp“ gipfelten.

Erfreut uns dieser fulminante Start mit den drei ersten Alben? Oh ja, das tut er. Die remasterten Songs klingen einzigartig und man kann Jimmy Page nur für die Arbeit bewundern, aus seinem eigenen Werk mittels moderner Technologie das Beste heraus zu holen. Freunde großer Scheiben werden vermutlich auf die zeitgleich erhältlichen Vinyl-Versionen zurück greifen, doch auch an den digitalen Paketen kann man seine helle Freude haben.

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