Led Zeppelin – die Erfolgsgeschichte geht mit „IV“ und „Houses Of The Holy“ weiter

VERÖFFENTLICHUNG» 24.10.2014
BEWERTUNG» 9 / 9
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Schon erstaunlich, dass sich die bisherigen Releases der neuen Led Zeppelin Edition allesamt im vorderen Bereich der Charts platziert haben. Es scheint doch immer noch genügend Sammler und Musikfreunde zu geben, die in regelmäßigen Abständen den hauseigenen Backkatalog ihrer Lieblingsband auffrischen. Aber unter uns: Diese Ausgaben haben es wirklich verdient! Da wird nicht die x-te Neuveröffentlichung mit einigen kosmetischen Reparaturen gefeiert, sondern die noch verbliebenen Bandmitglieder haben sich wirklich was Neues einfallen lassen. Alle Alben wurden von Gitarrist und Produzent Jimmy Page persönlich remastert. Damit hat er sich etwas Gigantisches aufgeladen und eine wundervolle Form von Vergangenheitsbewältigung betrieben. Mehr noch als das, öffnen Led Zeppelin ihre Schatzkammer, um Dutzende von Studio- und Liveaufnahmen mit ihren Fans zu teilen.

Angefixt von den ersten drei Alben haben die Fans nun mit kaltem Entzug auf das vielleicht wichtigste Werk – nennen wir es mal „Led Zeppelin IV“ – und den zwar experimentellen, aber doch kongenialen Nachfolger „Houses Of The Holy“ gewartet, die pünktlich zum Weihnachtsgeschäft die Läden stürmen. Jetzt fehlt nur noch das Doppelalbum „Physical Graffiti“, um das Glück perfekt zu machen. Doch da ist noch etwas Geduld gefragt.

Ergötzen wir uns also zunächst einmal an dem vierten Werk und seinem Dreh- und Angelpunkt „Stairway To Heaven“. Robert Plant macht weiter Musik (und das wirklich nicht schlecht), Jimmy lebt in der Vergangenheit. Beim Remastering schöpft Page aus dem Vollen und zeigt seine Erfahrung. Es muss nicht alles von Steven Wilson kommen, was sich glänzend anhören soll. Die Instrumente treten stärker hervor und der Raumklang wird deutlicher. Das Ergebnis ist ein absolut klares und wundervolles Hörerlebnis. Wem das Vinyl-Knistern zu sehr fehlt, der kann ja ab und zu die Platte auflegen, um dem Gefühl von Sterilität entgegen zu wirken.

Da hat man dann aber nicht die Perlen der Companion CD. Leider keine Liveaufnahmen, stattdessen die Tracklist des Albums in gleicher Reihenfolge mit alternativen Mixen. Halleluja – wer in die Entstehung eines der besten Alben der Musikgeschichte rein schnuppern will, bekommt hier die perfekte Gelegenheit. „The Battle Of Evermore“ und „Going To California“ durch Mandolinenklänge veredelt – da geht mir wirklich das Herz auf. „Stairway To Heaven“ ist in jeder Version ohnehin jenseits von gut und böse, doch auch hier gibt es Neues zu entdecken.

„Houses Of The Holy“ steht dem künstlerisch einflussreichsten und kommerziell erfolgreichsten Album in der Geschichte der Rockmusik mit Songs wie „The Song Remains The Same“ und „No Quarter“ in nichts nach und hat inzwischen Diamant-Status für über 11 Millionen verkaufte Exemplare.  Stilistisch begann 1973 eine neue Zeitrechnung, da der Band produktionstechnisch neue Möglichkeiten offen standen. Das Album ist enorm vielseitig und geht weit über die ursprünglichen Rock- und Folkideen hinaus. Die Mittel 40 Jahre später lassen Page aus den Analogbändern ein klanglich starkes Werk heraus kitzeln, das einige neue Facetten zeigt. Essentiell!

Die Companion Disc bietet ebenfalls die Album-Tracklist in alternativen Mixes. Nur „D‘yer Mak‘er“ fehlt. Die Songs sind hier noch stärker im Rohzustand als bei „IV„. Vermutlich ging es Jimmy darum, die vertrackten Elemente auseinander zu klamüsern, wenn er „The Song Remains The Same“ instrumental lässt oder bei „The Rain Song“ das Piano raus zieht. Wir verneigen uns vor seiner Arbeit und sind gespannt, wie es weiter geht.

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