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LEPROUS – ein sehr persönliches Album zum Thema Depression

Leprous  •  Pitfalls
Veröffentlichungsdatum: 25.10.2019
Unsere Bewertung: 8 von 9 Punkten

Im fast schon regelmäßigen Zweijahresrhythmus erscheint von den Norwegern, die ursprünglich dem Progressive-Metal zugerechnet wurden, ein neues Studioalbum.

In 2019 ist das Geschrei unter den Prog-Metal-Fans wieder groß: „Noch eine Band, die uns den Rücken kehrt. Riverside macht kein Metal mehr, Opeth auch nicht mehr. Porcupine Tree geben sich auch keiner Reunion hin.“ Die einfache Antwort dazu ist: „Na und?!“

Die „Abkehr“ vom Prog-Metal ist für die Schublade „Progressive“ und für die Kunstform Musik ein wahrer Glücksfall. Mit „Pitfalls“ veröffentlichen Leprous ein sehr persönliches Album, das die Thematik „Depression“ (auch die von Einar Solberg) auf eindringliche Art und Weise ausarbeitet.

Mit „Below“ beginnt das Album stark und deutet an, wo die Band herkommt und wo sie mit dem Album hin will.

Die Songs, die sich durch ihre Spieldauer im Rahmen von airplaytauglichen Songs bewegen, sind äußert songdienlich komponiert und arrangiert. „I lose hope“, „By my throne“, „Alleviate“ und „Foreigner“ sind recht eingängige, aber dennoch intelligente Pop-/Artrock-Nummern mit dem Potential auch tatsächlich bei einigen Radiostationen in der Playlist geführt zu werden. Sie erinnern in diversen Momenten mit Synthie- und Halleffekten, der melancholischen und wunderbaren Stimme von Einar Solberg an neuere Depeche Mode Nummern oder auch an Tracks, die von (der) Muse geküsst sind.

„Observe the Train“ ist ein romantisch-melancholisches Stück, das mit seinen Haken-lastigen Chören an die ruhigen Momente der Prog-Metal-Band reichen.

Bei „At the bottom“ und „Distant bells“ kommen Streicher- und Klavierpassagen hinzu und immer wieder verneigen sie sich vor der alten Klasse der härteren Momente, um dennoch hymnisch zu bleiben.

Mit „The sky is red“ schließen die musikalisch runderneuerten Norweger ihr sechstes offizielles Studioalbum. Der über elf Minuten lange Track ist der längste und härteste Song und eine fantastische moderne Prog(-Metal)-Nummer, die ihre Härte durch das Zusammenspiel der Bandmitglieder bezieht und nicht durch Geknüppel und Growls.

Der Abschied aus der metallischen Ecke hin zur (art)rock-lastigen Band wird kein Nachteil für die Band sein und stellt eine riesige Weiterentwicklung und somit auch ein große Chance für das Genre „Prog“, breiter gehört zu werden, dar.

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