Liebe Minou lässt „Nur die guten Tasten“ auf ihr zweites Album

VERÖFFENTLICHUNG» 19.04.2013
BEWERTUNG» 8 / 9
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Mit Kekskonzerten, selbstgebastelten Glücksschweinchen und ihrem poetisch bunten Debüt „Ich“ hat sich die Wahl-Hamburgerin mit dem eigenwilligen Künstlernamen Liebe Minou im Jahr 2011 ein ganz eigenes Plätzchen in der deutschen Musiklandschaft erobert. Auf ihrem aktuellen Album „Nur die guten Tasten“ präsentiert sie nun ihren persönlichen Soundtrack der seither vergangenen zwei Jahre.

Für die neuen Lieder ließ sich die Sängerin an verschiedenen Orten der Welt inspirieren, insbesondere in ihrem zweiten Zuhause in Ghana und in Paris, wo sie die Zusammenarbeit mit ihrem Produzenten Achille Fonkam intensivierte. Er ist für die meisten Kompositionen verantwortlich, und neben Minou selbst steuerten auch Beatrice Reszat und Frank Ramon wieder Texte bei. Das Ergebnis ist eine halb verspielte, halb nachdenkliche Pop-Jazz-Chanson-Mischung, die ähnlich wie auf Minous Debüt auf Anhieb verzaubert.

Dass man sie bei all ihrem Charme nicht unterschätzen sollte, stellt die Sängerin gleich im Opener „Nachtigall“ klar, und auch das folgende „Sei mir nicht bös´“ ist ein selbstbewusstes Bekenntnis zu  persönlichen Eigenarten. Melancholisch wird Liebe Minou, wenn sie in „Liebes Karussell“ oder „Das Walzchen“ von allzu flüchtigen Glücksmomenten singt, und beinahe zerbrechlich wirkt sie in der vorsichtig fragenden Ballade „Wenn es Liebe heißt“ oder in dem trauernden „Nur halb ohne Dich“.

Ganz von lebensbejahendem Optimismus geprägt sind dagegen „Komm“, das jazzige „Ja!“ und das beschwingte „Kleines Licht“. Und trotz seines Blues-Gewandes ist „Seit du gesagt hast“ inhaltlich ein glückliches Liebeslied. Wie ambivalent schließlich Gefühle in Liebesangelegenheiten sein können, wird sowohl textlich als auch musikalisch im abschließenden „Zum Glück“ perfekt ausgedrückt.

Das liebevoll gestaltete Booklet gibt „Nur die guten Tasten“ optisch den passenden Rahmen und trägt zum runden Gesamteindruck bei. Liebe Minou erfreut uns hier wieder mit einem wunderschönen vielseitigen Werk, dass man einfach genießen, aber auch hintergründig mitdenken kann.