Linkin Park Living Things

VERÖFFENTLICHUNG» 22.06.2012
BEWERTUNG» 7 / 9
ARTIST»
LABEL»
  bei Amazon bestellen

Von „A Thousand Suns“ waren viele Fans enttäuscht. Das mag verständlich sein, da man ein weiteres geradliniges Werk mit ordentlichem Härtegrad erwartet hat. Und dann kam dieses seltsame Konzeptwerk, das eine ganz neue Seite des Sextetts zeigte. Ein melancholischer Start, gesprochene Passagen, überhaupt viele Zwischenstücke ohne echten Songcharakter. Zugegeben – das war nicht jedermanns Sache. Ich allerdings mag solche Alben, die sich nicht beim ersten Hören erschließen und die man am besten mehrfach am Stück genießt. Und die Freunde von Nu Metal und Crossover kamen ja nicht zu kurz. Es gab harte Klänge, Rap und aggressive Vocals, bisweilen gar Weltmusik-Einflüsse.

Was darf die große Anhängerschar also auf „Living Things“ erwarten? Zunächst mal: Es gibt wieder eine lange Liste echter Songs. Nur „Tinfoil“ ist ein Zwischenspiel, das die emotionale Abschlussballade einleitet. Chester Bennington vor ganz reduzierter Instrumentierung. Allein das verleiht dem neuen Album schon eine hohe Wertigkeit.

Ansonsten erwartet uns eine Rückbesinnung auf alte Stärken. Der EM-Song „Burn It Down“ hat hohen Wiedererkennungswert. Es gibt starke, ausgedehnte Rap-Passagen und einige Screamo-Parts („Lost In The Echo“, „Lies Greed Misery“, „Victimized“). Dazwischen lauschen wir zur Erholung „Castle Of Glass“ oder demfast schon poppigen „Roads Untraveled“. Zudem nehmen die Elektro-Elemente wieder äußerst breiten Raum ein. Aber es schadet nicht, wenn Linkin Park an manchen Stellen wie Coldplay klingen. Von Mainstream sind sie trotzdem noch weit entfernt.

Auch wenn die Band einen kleinen Schritt zurück macht, klingt „Living Things“ doch sehr vielseitig. Eine Weiterentwicklung des Vorgänger-Konzepts wäre auch zu viel des Guten gewesen. So werden die meisten Fans zufrieden gestellt und bekommen ein solides Album, das sich einige Monate im Player halten dürfte.