Lorde: „Pure Heroine“ – das Stimmwunder aus Neuseeland erscheint als reine Heldin

VERÖFFENTLICHUNG» 25.10.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
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Als sie zwölf Jahre alt war gewann Ella Yelich-O’Connor alias Lorde einen Talentwettbewerb an ihrer Schule. Ein Video ihres Auftritts gelangte zu Universal Music, man nahm sie unter Vertrag und förderte ihre weitere musikalische Entwicklung. Das US-Billboard Magazine erkor sie bereits zur „New Queen Of Alternative“ und widmete ihr das Cover. Ob solche Vorschusslorbeeren im Alter von 16 Jahren ein guter Wegbereiter für die zukünftige Karriere sind? Es kann gut gehen, wie uns kürzlich Birdy gezeigt hat.

Für ihre Single „Royals“ erhielt Lorde in ihrer Heimat Neuseeland bereits Platin, aber auch in den USA schaffte sie es mit Single und Album direkt auf Platz 1 der Charts. Am 25. Oktober erschien ihr Debütalbum „Pure Heroine“ nun auch in Deutschland. Was mir als Erstes auffällt ist die deutliche elektronische Ausrichtung des Albums. Allerdings drängen sich die Instrumente nie in den Vordergrund. Stilistisch werden Elemente von Ambient Music, Synthiepop und auch Dark Wave transportiert.

Alle Songs hat Lorde gemeinsam mit ihrem Produzenten Joel Little geschrieben. Das Ergebnis klingt sehr melodisch und es gelingt ihr, die Erlebnisse in der Teenager-Welt zwischen Frust und Freiheit in hübsche Lyrics zu verpacken. Das erscheint beim ersten Anhören locker-flockig dahin gesungen, hat aber durchaus düstere Hintergründe, wenn man tiefer in die Songs eintaucht. Stets kommt ihre besondere Ausstrahlung durch, sei es bei dem eingängigen „Tennis Court“, das die Töne nur so hin und her fliegen lässt, oder bei atmosphärischen Songs wie „400 Lux“.

Lorde legt hier ein Debüt vor, das man von vorne bis hinten gut durchhören und genießen kann. Der Song „Royals“ ragt positiv hervor, doch es gibt auch weitere hervorragende Songs, die Lorde mit dunkler, charismatischer Stimme gekonnt interpretiert. Zumindest gibt sie ein gutes Beispiel, wie man auch ohne Boulevard und Skandälchen in den Charts landen kann – einfach mit qualitativ hochwertiger Musik.

Lorde Pure Heroine hier reinhören!

Hier findet ihr das Video „Royals“ mit inzwischen knapp 19 Mio. YouTube-Abrufen:

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