Luca Vasta präsentiert uns „Alba“ – das Album zum Blog

VERÖFFENTLICHUNG» 11.04.2014
BEWERTUNG» 8 / 9
ARTIST»
LABEL» ,
  bei Amazon bestellen

„Cut My Hair“ ist einer dieser Songs, die sich auf Anhieb im Ohr festsetzen und dort längerfristig ihren Platz einnehmen. Das mag an den spannenden und äußerst starken rhythmischen Elementen liegen, die ein wenig an Alex Clare erinnern, aber ganz besonders liegt es an Luca Vastas Stimme, die sehr dominant ist und die man nicht so schnell wieder vergisst.

Geboren wurde Nadine Vasta – so heißt Luca mit bürgerlichem Namen – in Remscheid, hat aber italienische Wurzeln. Sie spielt Klavier, nahm Gesangsunterricht und schrieb ihre ersten Songs mit 15 Jahren. Bekannt wurde sie jedoch durch den täglichen Videoblog, den sie in einer Personality-Show namens „VASTA – die Show zum Blog“ auf VIVA präsentierte.

Was beide Welten, Show und Musik, verbindet, ist Lucas Liebe zur Popmusik. Die schlägt sich auf dem kompletten Album nieder, das sehr vielseitig geraten ist. Als Kontrast zu „Cut My Hair“ will ich da gleich mal die Ballade „Wicked Games“ nennen. Sehr verträumt, sehr einfühlsam, sehr emotional.

Ihr kongenialer Partner beim Songwriting heißt Matthias Biermann, der zudem auch das Album produziert hat und Mitglied der Band ist. Mit dabei sind zudem Olaf Opal (The Notwist) und Daniel Schaub (Casper).

Der Einstieg in die 40 Minuten Albumlänge klingt noch sehr verhalten. Ein sphärischer Opener namens „Angel Heart“, der Lucas Stimme wie durch Nebelschwaden zu uns dringen lässt. Sie selbst benennt „Black Tears White Lies“ als ihren Lieblingssong – ein Track zwischen Düsternis und Unbeschwertheit, der mit peitschenden Schlagzeug-Einsprengseln aufwartet. Warum ausgerechnet dieser charakteristisch für ihre Musik steht, beschreibt sie selbst: „Es ist schwarz und weiß, warm und kalt, Himmel hoch jauchzend und zu Tode betrübt. So wie das Leben, wenn du jung bist: An einem Tag bricht dir das Herz und du hast das Gefühl, dass gar nichts mehr geht, aber schon am nächsten Tag ist wieder alles möglich. Allerdings könnte das auch mit meinem zum Drama neigenden italienischen Wesen zusammenhängen …!“

Später dürfen wir uns an der tiefen Melancholie von „Dear Alba“, am mitreißendem Klatschrhythmus von „Golden Sea“ und der elektronisch verspielten Hymne „Imperial (I Don’t Wanna Dance)“ erfreuen. Luca Vasta liefert stets eine mitreißende Melodielinie mit Ohrwurm-Charakter, die dann aber gerne von Rhythmus-Elementen überlagert und gegen den Strich gebürstet wird. Die elektronischen Parts sind nicht zu dominant – vielmehr werden sie gezielt eingesetzt. Das funktioniert mit Kopfhörer auf den Ohren, im Auto oder aus dicken Boxen – weniger aber als Hintergrundunterhaltung.

Das Album ist von Anfang bis Ende sehr ansprechend – keine Ausfälle, viel Innovation. Ein absolut geniales Werk, das die besten Elemente aus organischer Musik und elektronischer Unterstützung miteinander verbindet und inhaltlich die Höhen und Tiefen einer jungen Frau Anfang zwanzig zeigt. „Alba“ bietet lupenreine Popmusik für leidenschaftliche Popliebhaber, präsentiert von einer Künstlerin, die Popmusik leidenschaftlicher liebt, als alles andere. Mehr davon!

[amazonButton]Hier kannst Du „Alba“ bestellen[/amazonButton]