Luke Sital-Singh – The Fire Inside: Bringt das innere Feuer zu uns

VERÖFFENTLICHUNG» 12.09.2014
BEWERTUNG» 8 / 9
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Der britische Folk-Sänger mit indischen Wurzeln hat kaum sein Debütalbum auf dem Markt und wird schon mit Größen wie John Martyn und Neil Young verglichen. Zu große Schuhe, in die er da gesteckt wird? Wenn man seine Anfänge betrachtet, sieht es so aus. Da gibt es einige lustige Anekdoten vom Bruder der sagte: „Das Stück ist echt schön – bis zu dem Moment, in dem du mit Singen anfängst“. Und vom Musiklehrer, der beim Proben einer eingeübten Duett-Nummer den Gesang gleich lieber ganz der Gesangspartnerin überließ. Es soll sogar eine Petition nach dem Motto „Let Luke Sital Singh“ (man beachte das Wortspiel) in der Schule gegeben haben, die ebenfalls erfolglos blieb.

Solche Rückschläge nahm der Brite recht locker und fand trotzdem den Weg zum Musikstudium in Brighton. Inzwischen ist er auch kein unbeschriebenes Blatt mehr: drei EPs aus den Jahren 2012 und 2013 lassen Kritiker schwelgen. Von einer verletzlichen Stimme, die trotzdem Stärke ausdrückt. Vom Tremolo im Gesang, das ihn schmerzerfüllt klingen lässt und Gänsehaut erzeugt. Also vermutlich genau die Elemente, die man früher an seiner Performance kritisiert hat. Wenn das Gitarrenspiel und die folkige Ausrichtung zu Neil Young führen, dann ist es stimmlich wohl eher Rufus Wainwright, an den man denken mag.

Interessanterweise nennt Luke selbst den Iren Damien Rice als größten Einfluss. „Die Wahrheit ist, dass ich einfach nicht mit guter Musik aufgewachsen bin.“ Der größere Bruder hat nicht Dylan und die Beatles gehört, sondern die härtere Gangart bevorzugt. Was sollen auch die ewigen Vorbilder. Sital-Singh wird selbst zum modernen Troubadour (so schrieb der Guardian) und bringt den Folk in die Millionenstadt London.

Sein erstes vollständiges Album ist ausdrucksstark und voll mit großen Gefühlen. Selten optimistisch, wie auf „Nothing Stays The Same“, viel häufiger melancholisch und zerbrechlich („Fail For You“) und ganz intim. Große poppige Arrangements stehen neben Pianoballaden – durchmischt mit folkigen Gassenhauern, die nie zu laut werden und doch ins Ohr gehen. Lukes unvergleichliche, bisweilen ganz zärtliche Stimme ist das i-Tüpfelchen dazu. Wurde auch Zeit, dass die EP-Gehversuche sich zu einem großen Album kumulieren.

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