Lykke Li aktuelle CD „Wounded Rhymes“ (Special Edition, 2 CD)

VERÖFFENTLICHUNG» 06.07.2012
BEWERTUNG» 7 / 9
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Manchmal brauchen gute Alben ein wenig Zeit, um sich durchzusetzen. So erging es auch Lykke Li, die ihr zweites Album „Wounded Rhymes“ bereits im März 2011 veröffentlichte. Ein starkes Stück Musik. Am eindrucksvollsten ist dabei stets der Kontrast zwischen den elektronischen Instrumenten mit viel Beat und den zarten Vocals, die sich wie ein Fremdkörper in Songs wie „Youth Knows No Pain“ schleichen und diese umgehend beherrschen. Selbst basslastige Hämmer wie „Rich Kids Blues“ geben ihrer Stimme genügend Raum. Die Schwedin beweist hier, dass sie den Spagat zwischen Pop und Pathos perfekt beherrscht.

Später gab es die zweite Auskopplung „I Follow Rivers“ mit afrikanischen Drum-Rhythmen. Kräftig und ausdrucksstark, aber zunächst kein großer Hit. Dann aber kam The Magician, ein mysteriöser Produzent aus dem Umfeld des Pariser Hipster-Kollektivs Kitsuné, und baute vor ein paar Monaten das düstere „I Follow Rivers“ per Remix in einen schwerelosen und unbedingt tanzbaren Ohrwurm um. Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte. Der Remix ging bis dato in die Top 10 der Charts in Frankreich, Holland, Belgien und Griechenland und klettert seitdem beharrlich überall in Europa die Hitlisten hinauf.

Kein Wunder also, dass Lykke Li ihr Album neu veröffentlicht und eine Bonus-CD mit dem Titel „The Remixes“ dazu packt. Es gibt nicht viel Neues – zwei Versionen von „I Follow Rivers“ und zwei von „Get Some“. Meines Erachtens kommt es auch gar nicht auf die neuen Versionen an. Wer dem Album bisher noch keine Chance gegeben hat, sollte das schleunigst tun. Skandinavische Frauenpower – es lohnt sich!