Mac Miller – Watching Movies With The Sound Off / Youngster auf Kurs Richtung HipHop-Instanz

VERÖFFENTLICHUNG» 28.06.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
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Kaum ein anderer Nachwuchskünstler konnte sich so behaupten wie der 21-jährige Rapper Mac Miller. Sein erstes Album „Blue Slide Park“ schaffte es auf Platz 1 der US-Charts. Wenn die Erfolgsstory mit seinem zweiten Album genau so weitergeht, kann es der Neukömmling durchaus zu einer festen Institution des Hip Hop schaffen, sein Output beweist es. Nun ist sein zweites Album „Watching Movies With The Sound Off“ erschienen. Bereits vor dem Release gab es eine lebhafte Diskussion, ob Mac die Qualität des Vorgängeralbum erreich. Vorweg: Das tut es. Bedingt.

Das Album hat vom Sound her wenig zum Vorgänger verloren. Jedoch wollen vor allem die ersten beiden Singles nicht so richtig zünden. Vor allem  ist „SDS“ schneller aus den Gehörgängen verschwunden als nahezu jeder andere Song  auf dem Album. Man muss es nicht gleich wie Millers Albumtitel tun und den Sound gänzlich weglassen, es gibt lediglich weitaus bessere Kandidaten auf der LP für eine Singleauskopplung. Interessanter wäre da der darauf folgende Song „Bird Call“ gewesen, der vor allem durch ordentlichen Bass bestechen kann. Mit „I Am Who Am (Killin‘ Time)“ erreicht das Album seinen Höhepunkt. Miller rappt über Aggressionen, Suizid nahezu in Doubletime ohne irrelevant oder gar langweilig zu klingen. Einer der besten Songs in seiner Karriere, der beste vielleicht, wenn er eine vernünftige Hook hätte. „Goosebumps“ entpuppt sich dann zum Glück als eine hervorragende Singleauskopplung mit schnellen und dynamischen Beats und originellen Texten.

Trotz so jungen Jahren versteht der Rapper aus Pittsburgh sein Handwerk bestens. Kein Wunder, mit einem starken Management im Rücken hat man wunderbare Rahmenbedingungen geschaffen, eine große Karriere zu starten. Das Schöne ist jedoch, dass Malcom McKormik seine Texte selber schreibt. Das verleiht ihm vor allem Ecken und Kanten, da alles sich längst nicht so fein geschliffen anhört wie bei einer perfekten Produktion. Das macht Mac gerade so interessant und man darf gespannt sein, was er in seinem Dasein als Künstler noch erreichen wird.