Mads Langer – In These Waters: Der dänische Songwriter erweitert sein musikalisches Terrain

VERÖFFENTLICHUNG» 26.07.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
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In seiner dänischen Heimat ist Mads Langer schon seit 2006 erfolgreich unterwegs, und ein Plattenvertrag mit Sony Music machte ihn in den letzten Jahren auch im restlichen Europa bekannt. Ich habe Mads Langer zuerst auf der Maria Mena Tour 2012 erlebt, wo er nicht nur den gemeinsamen Song „Habits“ mit ihr performte , sondern auch als Support-Act mit seiner humorvollen Art und melodischem Songwriter-Pop überzeugte. Meine dementsprechenden Erwartungen an sein aktuelles Album „In These Waters“ wurden allerdings zunächst enttäuscht.

Denn wo auf dem Vorgänger „Behold“ noch akustische Gitarren dominierten, überwältigt den Hörer nun schon beim Opener „Number One“ ein bombastisches Arrangement. Mads Langer erweitert sein musikalisches Terrain eindeutig in Richtung Pop und nutzt dabei alle Möglichkeiten moderner Instrumentierung, von opulenten Streicher-Einlagen bis zu programmierten Sound-Effekten. Dabei beweist er weiterhin sein Talent für eingängige, aber nie eintönige Melodien und setzt mit seinem virtuosen Gesang Akzente.

Wenn man sich also erst mal auf den neuen Stil eingestellt hat, kann das aktuelle Album mit zahlreichen Pop-Perlen überzeugen, wie dem sich atmosphärisch aufbauenden „No Gravity“, der Hymne „Dire Straits“ oder dem melancholischen Liebenslied „Never Forget You“. Bläser und Reggae-Rhythmen geben „Heartquake“ das gewisse Etwas und in „Glass House“ setzt der Songwriter auf programmierte Beats und Dancefloor-Sound.

Zwischendurch kehrt der Sänger aber auch zu seinen akustischen Wurzeln zurück, etwa mit dem wunderschönen Titelsong „In These Waters“, bei dem er von der jungen dänischen Sängerin Ida unterstützt wird. Zu meinen Favoriten gehört ebenso das abschließende „When Silence Falls“, ein sehr emotionaler und schön sparsam instrumentierter Blues-Titel.

Insgesamt ist Mads Langer mit „In These Waters“ ein spannendes und vielseitiges Pop-Album gelungen, dem man ruhig auch eine Chance geben sollte, wenn man eigentlich eher auf den puren Songwriter-Sound mit akustischer Gitarre steht.