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Manic Street Preachers: eigenständige, intelligente Popmusik mit Charme

Manic Street Preachers • The Ultra Vivid Lament
VÖ: 10.09.2021
9 von 9 Punkten

Sie gehören schon seit gefühlten Urzeiten zum Indie Pop, machen intelligente Popmusik mit sozialkritischen und politischen Texten und strahlen mit ihrer Melancholie einen verschrobenen Charme aus. Wenn man Bands von der Insel mit einem ganz eigenständigen Stil nennen soll, dann fallen einem spontan The Smiths und The Stranglers ein, und ganz besonders Musikinteressierte nennen dann auch noch die Manic Street Preachers. Nach so viel Lobgesang ist es immer noch unverständlich, dass die Band hierzulande meistens nach fast 3 Jahrzehnten immer noch unter dem Radar fliegt.

The Ultra Vivid Lament“ ist sowohl Reflexion als auch Reaktion; ein Album, das in Isolation auf einen unordentlichen Raum blickt, vernebelt von häufig schmerzhaften Erinnerungen, um sich auf ein offenes Fenster zu konzentrieren, den Rahmen für schimmernde Aussichten auf mit Meer und unendlichem Himmel verschmelzendes Land.

 

Die elf Tracks von „The Ultra Vivid Lament“ vermählen Introspektion, stille Wut und erhabene, unwiderstehliche Stücke. Diese Elemente ziehen sich durch das gesamte Album, vom atmosphärischen Summen des eröffnenden „Snowing In Sapporo“ bis hin zum galoppierenden „The Secret He Had Missed“, ein Push-and-Pull-Duett in Form eines imaginären Dialogs zwischen den walisischen Künstler-Geschwistern Augustus and Gwen John; über das sublime Sinnieren von „Diapause“ und stoisches Wunschdenken in „Happy Bored Alone“.

Musikalisch wurde „The Ultra Vivid Lament“ inspiriert vom Plattenregal prägender Jahre (ABBA, post-Eno Roxy, The Bunnymen, REM der Fables-Ära, Lodger). Das Ergebnis kann so aber dennoch nur aus den vereinten Federn James Dean Bradfields, Nicky Wires und Sean Moore stammen – zusammen seit über drei Jahrzehnten eine der am beständigsten brillanten UK-Rock’n’Roll-Bands. Inspiration sind diese oben genannten Bands definitiv, aber abgekupfert und covernd hört sich kein Song der manischen Straßenprediger an.

Als Abkehr zum Vorgänger (das 2018 erschienene „Resistance Is Futile“) stellt „The Ultra Vivid Lament“ das erste Manic Street Preachers-Album dar, das in zunächst vornehmlich am Klavier statt auf der Gitarre entstanden ist. Aufgenommen wurde es im Winter 2020/21 im walisischen Rockfield, Monmouth sowie im bandeigenen ‚Door to the River‘ Studio in Newport, gemeinsam mit den langjährigen Kollaborationspartner Dave Eringa (The Who). David Wrench (Blossoms, Frank Ocean, Arlo Parks) übernahm anschließend den Mix. Zwei Gastsänger veredeln das Werk: Julia Cumming (Sunflower Bean) bei „The Secret He Had Missed“ und Mark Lanegan bei „Blank Diary Entry“.

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