Manowar haben „Kings Of Metal“ nach 25 Jahren komplett neu eingespielt

VERÖFFENTLICHUNG» 21.03.2014
BEWERTUNG» 7 / 9
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Wie so viele Musikfreunde, die sich auch mal für härtere Klänge begeistern, bin ich ziemlich zwiegespalten, was die Entwicklung von Manowar seit Anfang der 90er Jahre angeht. Immer noch mal eine Schippe Pathos drauf legen, dazu ein Überfluss an hörspielartig gesprochenen Passagen – und dazu ein Selbstbewusstsein, das allzu dicht an Überheblichkeit grenzt. Was aber nicht vergessen werden sollte: Manowar haben mit ihren True-Metal-Alben der 80er Jahre einen neuen Musikstil begründet und Legionen von Nachfolgern beeinflusst. Und es war zu meinen Jugendzeiten einfach cool, mit dem Auto auf dem Marktplatz zu stehen und in voller Lautstärke Manowar zu hören. Warum? Weil man in manchen Lebenslagen einfach Bombast und martialische Hymnen brauchte, um sich stark (oder besser: halbstark) zu fühlen.

Darum weckte es auch mein Interesse, als es hieß, dass Manowar manche dieser Klassiker aus den 80ern in neuer Besetzung und mit besserem Equipment neu aufnehmen wollen. Den Anfang machte man 2011 mit dem Debüt „Battle Hymns“. Als nächstes ist zum 25jährigen Jubiläum das erste große Erfolgsalbum, nämlich das sechste Werk „Kings Of Metal“ aus dem Jahr 1988 an der Reihe. Wieder entschied man sich nicht für eine Remaster- oder Remix-Version,  sondern nahm es gleich komplett neu auf.

Ich muss sagen, „Kings Of Metal“ klingt 1a und hat nichts vom alten Glanz verloren. Die Neuaufnahme ist an manchen Stellen aufpoliert und stimmlich an die Manowar der letzten beiden Jahrzehnte angepasst. Darüber hinaus aber immer noch ein Meisterwerk des hymnischen Metal. Die Änderungen sind zumeist nachvollziehbar. Es gibt neue Arrangements, den herausragenden Gesang von Eric Adams, kraftvollen Drums von Donnie Hamzik, einen brennenden neuen Gitarrensound des Gitarren-Virtuosen Karl Logan und eine neue Rekord-Performance des Bass-Solos „The Sting Of The Bumblebee“ eingespielt von Joey DeMaio mit 300 Schlägen pro Minute. Der neue Sound ist sehr klar, aber nicht so steril, wie dies noch bei „Battle Hymns“ der Fall war. Auch Manowar lernen dazu.

Selbst die legendäre Erzähl-Passage „A Warrior’s Prayer“ wurde neu aufgenommen, diesmal mit dem renommierten Shakespeare-Darsteller Brian Blessed. Die Symbolkraft der Opa-Enkel-Story blieb aber erhalten und sie klingt weiterhin pathetisch stark. Einziges Manko in meinen Augen: „Heart Of Steel“ als Acoustic Track geht gar nicht. Das ist der einzige Song, der mir im originalen Ablauf des Albums absolut fehl am Platz vorkommt. Zum Glück gibt es eine breit angelegte Orchesterversion auf CD 2, die für diesen Fauxpas entschädigt. Das weitere Material der Bonus-CD besteht vor allem aus Instrumentaltracks. Nett, aber nicht essentiell.

Die Idee ist okay – so darf man Jubiläen feiern. Die Ausführung ist gelungen. Das Bonusmaterial vielleicht etwas schwach, aber schließlich wird es eine Welttournee geben, die das alte Material komplett auf die Bühne bringt. Spannende Liveaufnahmen stehen also in Aussicht.

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