Manowar mit sechs Live-Fragmenten zum Album „The Lord Of Steel“

VERÖFFENTLICHUNG» 16.08.2013
BEWERTUNG» 3 / 9
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An den US-Metallern um Joey DeMaio und Eric Adams schieden sich schon recht früh die Geister. Das mag daran gelegen haben, dass sie trotz aller brachialer Attitüde so liebliche Popmetal-Songs wie „Carry On“ auf den Markt brachten. Die waren immerhin so hymnisch, dass man zum einen lauthals mitgrölen und zum anderen auch die Angebetete damit beeindrucken konnte. Spreche ich aus Erfahrung? Wer weiß. Zumindest waren Alben wie „Fighting The World“ und „Kings Of Metal“ stark genug, sich damit eine große Fangemeinde (vor allem außerhalb der USA) aufzubauen. Für manche Metaller galten sie als lauteste Band der Welt, andere belächelten das Ganze als Kinderkram.

Schon in den 80ern wurde viel erzählt zwischen den Songs. Pathetische, epische Fragmente, welche die Songs erzählerisch verbanden. Das war anfangs recht innovativ und prägte die Kultur des Bombast-Metals ungemein. Irgendwann wurde es aber zu viel des Guten und Alben wie „Gods Of War“ (2007) waren mehr Hörspiel als Musiksammlung. In dieser Vermischung von Metal und Fantasy sollte es auch ein Projekt mit Wolfgang Hohlbein geben, das bisher jedoch auf sich warten lässt.

Die Idee Manowar funktioniert noch – auch wenn manche den Kopf über die Geschäftspraktiken schütteln. Das zwölfte Album „The Lord Of Steel“ gab es beispielsweise zunächst nur als Download im Fanshop und es kam dann in überarbeiteter Version in die Läden. Sei’s drum. Wenn man auch die Studioalben kritisch sehen kann, sind die Tourneen des Quartetts weiterhin sehr erfolgreich. Kein Wunder also, dass man die „The Lord Of Steel“-Welttour für die Nachwelt festhalten wollte.

Aber: Warum tut man dies nicht mit einem ordentlichen Livealbum? Die hier vorliegende EP mit sechs Tracks von sechs verschiedenen Konzerten mag ein nettes Gimmick für die Fans sein, mehr allerdings nicht. Fünf Songs vom aktuellen Album und dazu der Klassiker „Thunder In The Sky“. Zumindest sind es diejenigen neuen Songs, die am ehesten den Geist von Manowar in sich tragen.

Die Übergänge sind ordentlich gestaltet. Es hört sich wie ein halbstündiger Konzertmitschnitt an. Eric Adams singt kraftvoll und überzeugend, insgesamt ist der Sound aber ziemlich dumpf. Ganz ehrlich, das muss man nicht haben. Vermutlich wollten Manowar die „The Lord Of Steel“-Phase rund abschließen, um sich ab jetzt voll und ganz dem neuen Projekt zu widmen: einer Neuaufnahme von „Kings Of Metal“. Ob man diesem Meisterwerk noch neue Facetten entlocken kann, wird sich dann zeigen.