Marillion: „Sounds That Can’t Be Made“ als Neuauflage inklusive Bonus-CD

VERÖFFENTLICHUNG» 15.11.2013
BEWERTUNG» 9 / 9
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Es ist eine sehr gute Zeit für Marillion-Fans. Sowohl die Band mit Steve Hogarth als auch Urgestein Fish haben in den letzten Monaten hervorragende neue Studioalben veröffentlicht. Okay, bei Marillion ist es schon über ein Jahr her – doch die Songs klingen noch immer äußerst frisch in den Ohren. Während Fishs „A Feast Of Consequences“ vielen Fans progressiv und zugleich wie aus der Anfangszeit seiner Solokarriere in den Ohren klingt, ist das Marillion-Album „Sounds That Can’t Be Made“ ein sehr modernes und sphärisches Werk.

Fish vertreibt sein Album vorerst nur selbst per Homepage – Marillion hingegen wagten den Gang in die Läden und brachten „Sounds That Can’t Be Made“ immerhin in den europäischen Charts unter: Am besten klappte das in Holland (Platz 22), es folgten Polen (23), Deutschland (29), Norwegen (37) und Frankreich (38). Dass es in England nicht geklappt hat, mag auch daran liegen, dass die meisten Fans die Deluxe Edition direkt bei der Band geordert haben. Das habe ich übrigens auch. Ein fettes Teil im Hardcover – ebenso wie bei Fish, der wenige Monate später den gleichen Weg ging.

Earmusic (ein Label von edel Records) sind Marillions Plattenfirma und bringen zum Weihnachtsgeschäft 2013 nicht nur die lang ersehnte Vinyl-Version des Albums auf den Markt, sondern auch eine Neuauflage im CD-Digipack mit einer Bonusscheibe, die sechs Tracks enthält. Was sich darauf findet, rechtfertigt nicht unbedingt den Zweitkauf, bietet aber genügend Mehrwert, um zumindest drüber nachzudenken bzw. um Erstkäufern die Entscheidung zu erleichtern.

Das Original-Album wurde bereits ausführlich besprochen. Auf dem Bonus-Silberling finden sich sechs Songs. Zunächst drei Titel einer Radio Session mit reduzierten Arrangements. „Wrapped Up In Time“ (vom Album „Happiness Is The Road“) und „Power“ sowie „Pour My Love“ vom aktuellen Werk entfalten dabei in den neuen Versionen viel Kraft und zeigen deutlicher noch als die Originalversionen, welche Kraft in ihnen steckt. Auch „Lucky Man“ als Demo hört sich ganz anders an, da es hier wie ein Gospelsong klingt. Hat was!

Die letzten beiden Titel sind Livetracks von der Marillion-Convention 2013. Wer es nicht weiß: Alle zwei Jahre versammeln sich die Marillion-Fans in einem Freizeitpark (in letzter Zeit stets in Holland an der Nordsee), um ihre Band an drei Abenden gebührend abzufeiern. Die Konzerte bringen dabei immer besondere Specials. In diesem Jahr wurden die Alben „Radiation“, „Brave“ und „Sounds That Can’t Be Made“ jeweils komplett gespielt. Vom dritten Abend stammen dann auch die stimmungsvollen Liveaufnahmen von „Sounds That Can’t Be Made“ und „Invisible Ink“.

Zum Schluss die Gretchenfrage: Muss man die neue Auflage haben? Sie ist sehr schön aufgemacht, aber der normale Musikhörer, der das Album schon hat, wird kaum zuschlagen wollen. Zumal es die Holland-Aufnahme in 2014 sicher komplett zu erwerben gibt. Die-hard-Fans aber werden sich am Zusatzmaterial durchaus erfreuen – und wer das Album noch nicht hat, sollte jetzt schleunigst mal zuschlagen und sich vor allem „Gaza“ andächtig anhören.

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