Mark Knopfler mit „Privateering“ auf den Spuren von Blues, Folk und Country

VERÖFFENTLICHUNG» 31.08.2012
BEWERTUNG» 8 / 9
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35 Jahre dauert die Karriere von Mark Knopfler inzwischen an – zunächst mit den Dire Straits, dann auf unermüdlichen Solopfaden. Und doch gab es noch nie ein Doppelalbum aus seiner Feder. Das soll sich nun ändern. Knopfler selbst sagt zum neuen Werk „Privateering“: „Je älter ich werde, desto größer wird dieser Drang, neue Songs zu schreiben. Wer weiß, ob das nun daran liegt, dass ich befürchte, mir könnte die Zeit davonlaufen.“ Zumindest scheinen ihm die Ideen nicht auszugehen. Zwanzig wundervolle Songs hat der Schotte hier versammelt – und das in der ihm eigenen Vielseitigkeit.

Das achte Soloalbum des mittlerweile 62jährigen schöpft aus dem breiten Repertoire von Blues, Folk und einem gewaltigen Schuss Country-Musik. Da ist der Einfluss der Notting Hillbillies wie immer nicht zu verleugnen. Auch die gemeinsame Tour mit Bob Dylan hat ihre Spuren hinterlassen. Knopfler präsentiert sich hier als starker Geschichtenerzähler. Mehr noch, als dies auf den vergangenen Alben der Fall war. Die Songs sind durchgehend ruhig und sehr entspannt. Es werden eine Vielzahl recht ungewöhnlicher Instrumente wie Flöte, Violine, Akkordeon und Klarinette verwendet, die den Folkcharakter betonen. Zudem kommt meist eine Akustikgitarre zum Einsatz, die zwar Marks typischen Gitarrenstil wiedergibt, aber dazu führt, dass die typischen weinenden Gitarrensoli, die den Sound der Dire Straits geprägt haben, regelrecht Seltenheitswert bekommen.

Knopfler macht Musik zum Zurücklehnen und Entspannen. Die Zusammenstellung wird an keiner Stelle langweilig – auch nicht über die doppelte CD-Länge. Der Meister seines Fachs beherrscht genügend Kniffe, um die Songs kurzweilig zu gestalten und die Mischung stimmt. Da ist der Blues von „Redbud Tree“, der das Album eröffnet, oder die wundervolle Ballade „Radio City Serenade“, von der man gar nicht genug bekommen kann. Und auch der keltische Folk von „Kingdom Of Gold“ ist ganz nach meinem Geschmack. Wer ehrliche, handgemachte Musik bevorzugte, und wem es nichts ausmacht, dass alles recht beschaulich bleibt, liegt hier goldrichtig.