Marlon Roudette Electric Soul: Einblicke in seine elektrisch pulsierende Seele

VERÖFFENTLICHUNG» 08.08.2014
BEWERTUNG» 8 / 9
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Haben Roboter eine Seele? Selten hat ein Albumtitel besser ausgedrückt, was den Hörer erwartet: „Electric Soul“ bietet elektronisch angehauchte Musik, die aus der Seele kommt und die Seele anspricht. Damit entfernt der britische Songwriter sich ein gutes Stück von den musikalischen Wurzeln, die noch eine Prise Reggae und Ska mit sich führten. Doch dazu später.

Marlon Roudette war zunächst Teil des Duos Mattafix, bis er 2011 mit dem Album „Matter Fixed“ (das sich logischerweise an den Bandnamen anlehnte) seine Solokarriere startete. Spektakulär wurde diese spätestens dann, als „New Age“ zum Titelsong von Matthias Schweighöfers „What A Man“ erkoren wurde und im Zuge dessen Platz 1 der deutschen Singlecharts stürmte. Ein wundervoller Ohrwurm, der den Nerv der Zeit traf. Auch der Rest des Albums hatte genug Eingängigkeit zu bieten, um es zu einem der großen europäischen Erfolge im Herbst 2011 zu machen.

Jetzt also das zweite Album, das mit „When The Beat Drops Out“ eine würdige Nummer 1-Single voraus schickt, die sowohl auf der Tanzfläche als auch im Radio funktioniert. Also wieder alles richtig gemacht. „Electric Soul“ ist eine waschechte Coming-Of-Age-Songsammlung im besten Sinne, von einem authentischen und etablierten Songwriter. Ein Album, das vor mitreißenden Melodien und funky Grooves nur so strotzt, wenn Roudette aufregende Einblicke in seine elektrisch pulsierende Seele gewährt. Auch moderne Einflüsse finden sich in Roudettes Sound wieder, der sich heute von angesagten R&B-Reformatoren wie Frank Ocean, Drake oder The Weeknd inspirieren lässt.

„Die Themen sind diesmal viel positiver, als auf dem letzten Album“, so Marlon. „Auch, wenn das Zeug immer noch ziemlich düster und selbstreflektiv ist. In ‚Come Along‘ geht es um eine Beziehung, die so langsam zu Ende geht und ‚Body Language‘ stellt die sexy Art von Song dar, die man eigentlich gar nicht von mir kennt. Im Großen und Ganzes ist also alles eher positiv geprägt: Die Popsongs sind irgendwie cooler und die coolen Songs sind diesmal ein wenig poppiger als sonst. Ich denke, ich habe ein gutes Gleichgewicht gefunden. Aber diesmal hatte ich ja mit Tim und Roy auch versierte Leute, die mir geholfen haben, diese Gegensätzlichkeiten zu verbinden.“

Dass Marlon Roudette auch auf ganz andere Weise betören kann zeigen der ruhige Anfang von „Hearts Pull“ und die abschließende Ballade „In Luck“. Er hat eine wundervolle Stimme, die mit dezentem instrumentalem Einsatz besonders beeindruckt. Da wird in der Höhenlage kein Ton verfehlt – und das muss man mit Kopfstimme erst einmal hin bekommen. Wer dann noch ein paar Sekunden wartet, darf zum Ende hin noch einen kleinen Blick auf Marlons Reggae- und HipHop-Wurzeln werfen. Ein witziger Abschluss für ein durch und durch gelungenes Album.

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