Marx Rootschilt Tillermann setzen mit „Bark Mark“ eine neue Duftmarke und liefern zeitlos schöne Musik aus dem Saarland

VERÖFFENTLICHUNG» 07.03.2014
BEWERTUNG» 8 / 9
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Die Band Marx Rootschilt Tillermann ist seit inzwischen 40 Jahren eine Institution im Saarland. Und es freut mich ungemein, dass sie noch nicht müde geworden sind, neue Alben zu veröffentlichen. Das jüngste Werk trägt den Titel „Bark Mark“ und enthält alle Zutaten, die das Ensemble so einzigartig machen: ein gekonntes Songwriting, die Charakteristik in Richtung American Folk und den so typischen Harmonie- und Satzgesang.

Gegründet wurde die Band von Michael Marx, Gerd Rootschilt und Hubi Tillermann. Erste Besetzungswechsel fanden in den 80ern statt und Tillermann war seit 1993 nicht mehr dabei, da er nach Irland ausgewandert ist. Plötzlich findet er sich aber wieder in der Besetzung – was phänomenal ist. Zwölf Alben gab es bisher und ich bin immer noch vor allem vom A-cappella-Werk „The singin‘ Band“ (1990) begeistert. Diese CD hat Generationen von Chorsängern in der Region geprägt.

Musikalisch darf man das Quartett auch heute noch in die Sparte Singer/Songwriter einordnen. Die meisten Stücke werden von Michael Marx und Amby Schillo geschrieben. Hervorragende Eigenkompositionen, die sich in Richtung der großen Vorbilder wie Simon & Garfunkel, Bob Dylan und Eric Clapton bewegen. 2008 war die Band vor allem mit Songs von Crosby, Stills, Nash & Young unterwegs. Diesen Spirit haben sie zweifelsohne auf das aktuelle Werk hinüber gerettet.

Was soll ich nun heraus greifen? Die CD ist absolut stimmig. Mir gefallen die gitarrenlastigen Passagen und alle Momente, in denen die Vocals chorisch gestaltet sind. Da ist auch weiterhin großes A-cappella-Potential vorhanden. Bob Marleys „Redemption Song“ wurde zudem komplett ohne Instrumente eingesungen. Stimmlich nicht perfekt, aber wunderbar harmonisch und mit viel Herz. Weitere Coverversionen sind das aus den Crosby & Nash-Sessions übrig gebliebene „Lay Me Down“ sowie James Taylors Evergreen „You Can Close Your Eyes“.

Mein Lieblingsstück ist momentan „The Tapeman“. Zum einen, weil es ebenfalls a cappella erklingt und mir die Basslinie sehr gefällt, zum andere, weil das Thema nachvollziehbar ist: Wenn man beruflich oder als Hobby im Musikgeschäft tätig ist, lernt man zwangsläufig solche „Tapemen“ kennen. Menschen, die jeden musikalischen Schnipsel ihrer Stars sammeln und (oft illegalerweiser) mitschneiden. Nicht, weil sie damit jemandem schaden wollen – im Gegenteil, denn die offiziellen Veröffentlichungen finden sich in deren Regalen ohnehin.

„Bark Mark“ erfüllt viele Wünsche. Neue Musik von MRT, ein homogenes Album voller Ohrwürmer, viel schöne Gitarrenmusik mit starker vokaler Ausstattung und hohem Wiedererkennungswert. Das Album ist momentan nur über die Website erhältlich – Zugreifen lohnt sich: http://www.marxrootschilttillermann.de/cd.htm