Matchbox Twenty ließen sich 10 Jahre Zeit für „North“

VERÖFFENTLICHUNG» 31.08.2012
BEWERTUNG» 7 / 9
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Matchbox Twenty haben in den vergangenen Jahren weltweit 20 Millionen Alben verkauft und zählen damit zu den erfolgreichsten Alternative Acts. Die Zahlen in Deutschland lassen allerdings zu wünschen übrig – eine Top-10-Platzierung haben sie bisher noch nicht erreicht. Es ist müßig, über die Gründe zu diskutieren. An der Musik kann es nicht liegen, denn die Melodien sind eingängig, bisweilen hymnisch, immer mit dem nötigen Schuss Optimismus und absolut stadiontauglich.

Zehn Jahre sind seit dem dritten Album „More Than You Think You Are“ vergangen und der im deutschen Landstuhl geborene Fronter Rob Thomas war zwischenzeitlich solo aktiv. Als Lebenszeichen gab es 2007 die Compilation „Exile On Mainstream“ und weiter geht es nun mit „North“.

„Der Albumtitel beschreibt die Suche nach dem richtigen Weg – unserem Weg“, erklärt Drummer Paul Doucette. „Wir hatten im Vorfeld der Aufnahmen unfassbar viel Rohmaterial angesammelt – viele verschiedene Songs, die uns schließlich in viele verschiedene Richtungen hätten leiten können. Anfänglich waren wir regelrecht überwältigt von dieser immensen Songflut. Doch irgendwann begann sich eine Art Pfad abzuzeichnen. Der Pfad nach Norden.“ Mit „North“ kehren Sänger Rob Thomas, Drummer Paul Doucette, Gitarrist Kyle Cook und Bassist Brian Yale nun als in vielerlei Hinsicht weiterentwickelte, frisch gestärkte Poprock-Einheit zurück ins Rampenlicht.

Die Songs haben den Esprit von Maroon 5 in sich, ebenso wie die Songwriter-Qualitäten eines Milow oder Jason Mraz. Frisch und frei von der Leber weg – und trotzdem insgesamt recht ruhig. Da gibt es die feine Ballade „I Will“, das disko-lastige „Put Your Hands Up“, den Ohrwurm „Like Sugar“ oder den von Kyle Cook eingesungenen Kracher „The Way“.

Die Best-of-Zusammenstellung vor fünf Jahren schielte augenzwinkernd in Richtung Mainstream. Mit dem neuen Werk legen Matchbox Twenty aber jeden Sarkasmus ab und klingen tatsächlich sehr poppig. Das mag langjährige Fans abschrecken, könnte aber der richtige Schritt zum Durchbruch in Europa sein. Wir sind gespannt.