Max Herre präsentiert seine „Kahedi Radio Show“ für „MTV unplugged“

VERÖFFENTLICHUNG» 13.12.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
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Nun reiht sich also auch Max Herre in die Reihe der „MTV unplugged“-Künstler ein – und wenn man seine Karriere betrachtet, hat er sich das redlich verdient. Ich denke nur an den ersten großen Erfolg von Freundeskreis „A-N-N-A“, der sich aus dem Nichts in den Soundtrack der 90er Jahre einbrannte. Die beiden Alben der Band sind auch im Rückblick noch geniale, wegweisende Deutsch-Rap-Werke. Und bei den anschließenden Solokarrieren der Bandmitglieder war das Geschehen um Max Herre herausragend. Die Kollaborationen mit Künstlern wie Samy Deluxe, Udo Lindenberg und Clueso, die Produzententätigkeit unter andere für seine Frau Joy Denalane und neuerdings seine Mitwirkung als Juror bei The Voice Of Germany. Gar nicht zu reden von den drei Soloalben, wobei das aktuelle „Hallo Welt“ und die Single „Wolke 7“ im Duett mit Philipp Poisel einen besonderen Stellenwert haben.

Genug Input also, um damit eine unplugged-Session zu füllen. Schauplatz war das altehrwürdige Funkhaus in Berlin. Als Tonträger liegt mir die einfache CD vor, aber natürlich habe ich auch die Sendungen auf MTV und Viva mitgeschnitten. Da sitzt der Architekt der Rap-Landschaft inmitten seiner Mitstreiter und führt seine Welten zusammen. Als Stilmittel hat man das Konzept einer Radioshow gewählt, also eines Moderators, der in kurzen Einspielern das Geschehen verknüpft. Im ersten Moment eine nette Idee, auf Dauer ist die „Kahedi Radio Show“ aber auch ziemlich nervig. Will sagen: Beim Anschauen im TV fand ich den flippigen DJ noch lustig, wenn ich die CD dann aber auf Autofahrten höre, wandert der Zeigefinger ganz von selbst zur Skip-Taste, sobald das euphorische Gelaber wieder anfängt. Geschmackssache.

Beeindruckend ist die Zahl der vertretenen Features. Natürlich Joy Denalane, auch Samy Deluxe und Philipp Poisel, ganz stark Sophie Hunger, dann ein ordentlicher Szene-Rundumschlag mit Afrob, Gentleman und Patrice, außerdem die Hammerstimme von Gregory Porter – eine ausgewogene und rundum gefällige Mischung. Meine Highlights sind „Wolke 7“ mit Poisel und „Berlin / Tel Aviv“ mit Sophie Hunger, die direkt hintereinander folgen und jeder auf seine Weise sehr eindringlich interpretiert werden. Das Treffen der Generationen funktioniert hervorragend und die Facetten von Herres Karriere werden sehr aussagekräftig zusammen gefasst. Dazu reicht die Einzel-CD, wer aber tiefer in die Materie einsteigen will, entscheidet sich für die Dopple-CD mit dickem Booklet oder für den visuellen Release auf DVD bzw. BluRay.

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