Maximo Park, das vierte Album „The National Health“ nach drei Jahren Pause

VERÖFFENTLICHUNG» 08.06.2012
BEWERTUNG» 8 / 9
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Mit „The National Health“ legen die Indie-Rocker aus dem britischen Newcastle nach drei Jahren Pause ihr viertes Album vor. Gegründet wurde die Band bereits im Jahr 2000, doch erst seit 2003 der extravagante Frontmann und Sänger Paul Smith dazu stieß, begann der bis heute anhaltende Höhenflug. Inzwischen sieht die Arbeitsteilung so aus, dass Gitarrist Duncan Llloyd die meisten Songs schreibt, während Smith für die Lyrics zuständig ist. Letzterer versuchte sich nach dem schwachen „Quicken The Heart“ gar an einem Soloalbum und viele dachten schon, dass Maximo Park damit das Zeitliche gesegnet hätten. Doch intern nutzte man zum Glück die Zeit, um sich auf alte Stärken zurück zu besinnen.

Das Album startet mit „Into The Wild“ gar nicht wild, sondern äußerst dezent mit sanften Klavierklängen. Doch schon der Titeltrack geht in die Vollen. Heftigst! Im weiteren Verlauf wird es episch, voller Pathos und mit Mainstream-Anleihen, die in einer Linie mit Stadionbands wie U2, Coldplay und Muse stehen. Die Musiker selbst erkoren das Album in Interviews zu einer „Greatest Hits Collection“. Das zeugt von Überheblichkeit – oder einem hohen Selbstbewusstsein.

In der Tat klingen die neuen Songs durchweg musikalisch kraftvoller und textlich imposanter denn je. Besonders stark sind die vom Piano getragenen Parts wie in „This Is What Becomes Of The Brokenhearted“. Oder auch das hymnische „The Undercurrents“. Das sind Ohrwürmer, die ein Album tragen können und nachhaltiges Kopfkino erzeugen. Es gibt ganz emotionale Momente wie in „Reluctant Love“ und als Kontrast düstere Durchhänger wie „Banlieue“. Damit knüpfen Maximo Park an ihr starkes Debüt an, ohne ins Klischeehafte zu verfallen. Wer mit den Alben Nummer 2 und 3 nicht soviel anfangen konnte, sollte ihnen auf jeden Fall eine neue Chance geben.