Menowin Fröhlich White Chocolate

VERÖFFENTLICHUNG» 29.06.2012
BEWERTUNG» 6 / 9
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Man gewinnt ja zunehmend den Eindruck, dass musikalisches Talent bei der Castingshow DSDS eine eher untergeordnete Rolle spielt. So machte auch Menowin Fröhlich, der Zweitplatzierte der 7. Staffel, bisher hauptsächlich mit diversen Skandalen Schlagzeilen. Während sein Finalgegner Mehrzad Marashi allerdings schon komplett in der Versenkung verschwunden ist, kommt Menowin jetzt eben mal mit seinem Debütalbum „White Chocolate“ um die Ecke.

Der Albumtitel spielt auf die Bezeichnung von Farbigen für weiße Soulsänger an, und „White Chocolate“ enthält auch tatsächlich einige sehr soulige Titel wie den Opener „Moments“ oder die Balladen „Babe“ und „Let Me Out“.  Ein weiterer Schwerpunkt des Albums ist rhythmischer Disco-Pop wie „Stop“ oder „Real Love“. Bei der Single „Round´N´Round“ sorgt eine Latino-Gitarre für ordentlich Urlaubsfeeling, und passend dazu gibt es den Titel als Bonustrack noch in der spanischen Version.

Menowins Stimme überzeugt mich zwar weder bei den Soul- noch bei den Poptiteln hundertprozentig, aber das ist wohl hauptsächlich eine Geschmacksfrage. Objektiv gesehen macht er seine Sache ganz ordentlich, und vor allem singt er hier seine eigenen Songs. Sowohl beim Text als auch bei der Musik hat der Sänger an allen Stücken mitgeschrieben. Neben den üblichen Liebesliedern traut er sich in „Bad“ und „Gonna Get Better“ auch  von schwierigen Zeiten in seinem Leben zu singen und wirkt dadurch authentisch. Die Weltverbesserungshymne „Imagine“ dagegen gerät leider einfach zu kitschig.

Mit  „White Chocolate“ hat mich Menowin nicht unbedingt vom Hocker gehauen, aber doch positiv überrascht. Es gehört schon musikalische Leidenschaft und auch Mut dazu, Jahre nach dem DSDS-Hype und ohne die Unterstützung eines großen Labels ein eigenes Album zu veröffentlichen. Dafür auf jeden Fall Respekt und gute sechs Sterne.