Mick Hucknall schafft mit „American Soul“ einen Neuanfang

VERÖFFENTLICHUNG» 26.10.2012
BEWERTUNG» 7 / 9
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Abschiedstournee, Neuveröffentlichung alter Alben – es war abzusehen, dass nach den Auflösungserscheinungen von Simply Red der Frontman Mick Hucknall sein eigenes Ding durchziehen wird. Die Solokarriere startete 2008 mit einem Tribute-Album, das sich dem großen amerikanischen Vorbild Bobby Blue Bland widmete. Blues und Soul aus Memphis. Damit zeichnete sich ab, dass Mick uns zunächst vor allem mit Coverversionen beglücken will. Eine Linie, die er nun mit einer Interpretation bekannter Soulklassiker auf dem Album „American Soul“ fortsetzt.

Mich Hucknall gehört anerkannterweise zu den besten britischen Sängern und hat immer noch eine Stimme, die das Blut in den Adern warm werden lässt. Unverkennbar legt er los und vereinnahmt die Klassiker für sich. „Turn Back The Hands Of Time“ hört sich stellenweise deutlich nach Simply Red an und die Koloraturen in „I’d Rather Go Blind“ lassen ihn stimmlich über sich hinaus wachsen.

Im neuen Repertoire finden sich viele bekannte Tracks: „I’d Rather Go Blind“ von Etta James, „I Only Have Eyes For You“ von den Flamingos, „Tell It Like It Is“ von Aaron Neville und „Don’t Let Me Be Misunderstood“ von Nina Simone (später erfolgreich gecovert von den Animals). Die perfekte Mischung, um alle Register seines Könnens zu ziehen. Die Infos im Booklet sind zwar recht spärlich, doch immerhin würdigt Mick die großen Vorbilder, indem er Abbildungen der Original-Singles abdruckt.

Hucknall legt mit seinem zweiten Solowerk eine geniale Leistung hin und beweist, dass die musikalische Karriere des Songwriters noch lange nicht beendet ist. Alle Fans des Sängers und Liebhaber von Blues, Jazz und Soul sollten auf jeden Fall ein Ohr riskieren und den weiteren Werdegang des Rotschopfs verfolgen. Da geht bestimmt noch was. Wie er selbst im Booklet schreibt: „Welcome to a new beginning!“