Midge Ure „Fragile“ – moderne Musik für klassische Hörgewohnheiten

VERÖFFENTLICHUNG» 04.07.2014
BEWERTUNG» 7 / 9
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Midge Ures Solo-Alben haben Seltenheitswert, auch wenn der Gute ständig in den Medien präsent und mit rührigen Projekten unterwegs ist. Letztens konnte ich seinen umjubelten Auftritt bei „Rock meets Classic“ bewundern und es wurde einmal mehr deutlich, wie wichtig sein Werk als Solokünstler („Breathe“, „If I Was“) und als Mitglied der 80er-Vorreiter Ultravox ist.

Zwischenzeitlich gab es ein Album mit Cover-Versionen, diverse Live-CDs und natürlich die Reunion von Ultravox. Doch endlich beglückt uns James „Midge“ Ure wieder mit einem neuen Soloalbum, dass den Titel „Fragile“ trägt. Es ist ein Werk, das alle Facetten seines langjährigen Schaffens in sich trägt. Das tatsächlich zerbrechlich klingt, wie seine in hohen Tonlagen schwelgende Stimme, zugleich aber sehr bodenständig ist.

Die Bandbreite reicht von sphärischen, elektronischen Elementen über starke Gitarrenarbeit bis hin zu hymnischen Einzeltracks, die an Midge Ures Glanzzeiten Ende der 80er und Anfang der 90er erinnern. Allerdings bleibt nichts so recht im Ohr hängen. Fraglich also, ob Midge sein Gespür für radiotaugliche Melodien verloren hat oder ob er solche Anbiederungen einfach nicht mehr nötig hat.

Was bleibt ist sein schönes, komplexes Songwriting, das dem Album eine durchgehend emotionale Atmosphäre verleiht, die es verbietet, einzelne Songs heraus zu greifen. Wenn man die atmosphärischen Seelenverwandten der Gegenwart betrachtet, seien es Marillion oder Gazpacho, die ebenfalls mit ruhigen Songs zum Wohlfühlen glänzen, kann man bei Midge Ure ebenfalls Progressive Rock-Ambitionen erkennen, die er gekonnt in sein Album hinein webt.

Er selbst bittet die potentiellen Hörer darum, dem Album am Stück zu lauschen und nicht einzelne Songs heraus zu greifen: “Modern music which deserves ‚old school‘ listening.”

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