Mika verlässt seine Comicwelt und findet „The Origin Of Love“

VERÖFFENTLICHUNG» 05.10.2012
BEWERTUNG» 8 / 9
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Statt einer fröhlich bunten Comicwelt diesmal der Künstler selbst auf dem Cover, allerdings in sehr nachdenklicher Pose und ohne die vertrauten wilden Locken. Rein äußerlich scheint sich Mika mit dem dritten Studioalbum „The Origin Of Love“ von seinem bisherigen Werk distanzieren zu wollen. Aber keine Angst – schon im Booklet wird es wieder bunter und auch Mikas Musik hat ihren Spaßfaktor nicht verloren.

Bei der Entstehung des Albums ist der eigenwillige Künstler allerdings neue Wege gegangen. Statt wie bisher seine Songs alleine am Klavier zu basteln, flog er diesmal um die Welt und arbeitete mit verschiedensten Musikern und Produzenten zusammen, unter anderem mit dem für seine elektronischen Produktionen bekannten Australier Nick Littlemore und mit dem Schweden Klas Ahlund. Das Ergebnis ist im Vergleich zu den Vorgängern nun auch deutlich elektronischer und thematisch erwachsener, aber wieder unglaublich mitreißend.

„The Origin Of Love“ entfaltet seine Magie bereits in den ersten Takten des eröffnenden Titelsongs. Ein pulsierender Rhythmus, dichte Gesangharmonien und ein faszinierender Text  – und schon sind wir mitten drin in Mikas neuem Universum. Dieses enthält Elektrohymnen wie „Stardust“ , Make You Happy“ und „Overrated“, aber auch fröhliche Popsongs wie „Lola“ und „Step With Me“ und nicht zuletzt großartige Balladen wie „Under Water“ und „Heroes“.

Seine unverwechselbare Stimme setzt Mika gewohnt virtuos ein und geht wieder bis in schwindelerregende Höhen, etwa beim rhythmischen Dancefloor-Titel „Emily“. Gelegentlich bekommt er auch gesangliche Unterstützung, beispielsweise von Priscilla Renea beim Duett „Popular Song“, ein vordergründig lustiger Partysong mit philosophischen Betrachtungen darüber, was es bedeutet beliebt zu sein, und wie  im Leben manchmal die Rollen vertauscht werden. Thematisch genauso interessant ist „Love You When I´m Drunk“ mit der  Erkenntnis, dass Alkohol als Grundlage für eine Beziehung nicht ausreicht.

Mit „The Origin Of Love“ ist Mika bewegt sich ein Stück weit aus seiner bunten Fantasiewelt heraus und kommt in der Realität an – aber die ist zum Glück immer noch spannend, vielseitig und vor allem auf hohem musikalischem Niveau äußerst unterhaltsam.