Mike Oldfield zeigt beide Seiten, „Two Sides – The Very Best Of“

VERÖFFENTLICHUNG» 27.07.2012
BEWERTUNG» 6 / 9
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Bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele hatte Mike Oldfield mal wieder einen großen Moment und untermalte die szenische Darbietung mit musikalischen Passagen, unter anderem aus seinem unumstößlichen Meisterwerk „Tubular Bells“, für welches auch die berühmten Röhrenglocken im Großformat zum Einsatz kamen. Kein Wunder also, dass anlässlich dieser werbewirksamen Präsentation vor Milliarden Fernsehzuschauern eine aktuelle Best-of-Veröffentlichung herhalten muss.

Wer das Gesamtwerk des Briten kennt, weiß, dass es stets zwei populäre Seiten seiner Musik gab: Einmal die instrumentalen Kompositionen, zum Teil esoterisch angehaucht und stets sehr experimentell, mit denen er die Musikwelt eroberte, dann aber auch kurze Songs mit Radiotauglichkeit und unterschiedlichen Vokalisten, die oft zu populären Hitsingles wurden. Diese beiden Welten zeigt „Two Sides“ streng getrennt auf.

Mit CD 1 entführt uns Mike Oldfield in sein ganz spezielles Universum mit Ausschnitten aus „Tubular Bells“, „Crisis“, „Amarok“ und vielem mehr. Der instrumentale Mix geht gut ins Ohr und bietet einen bunten Querschnitt. Sicher nicht für Puristen seiner Musik, aber für den interessierten Neuentdecker.

CD 2 enthält die größten Singlehits in chronologischer Reihenfolge. Da erscheinen natürlich Maggie Reilly mit „Five Miles Out“, „To France“ und „Moonlight Shadow“, der unverwüstliche Roger Chapman in „Shadow On The Wall“ und später auch Bonnie Tyler („Islands“).

Heutzutage ist Oldfield nicht mehr unbedingt der Mann fürs Mainstream-Radio, stattdessen aber für die ganz großen Spektakel – man denke nur an „The Millennium Bell“, welches am Silvesterabend 1999 in Berlin aufgeführt wurde. Wer jetzt erst auf den Geschmack kommt und den großen Briten entdecken möchte, erhält mit dieser Collection eine vernünftige Grundlage. Den wahren Oldfield zeigen dann natürlich nur die Original-Alben.