Milow bereist die Welt und bringt sein aktuelles Livealbum mit: „From North To South – Live“

VERÖFFENTLICHUNG» 19.10.2012
BEWERTUNG» 8 / 9
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Vor drei Jahren war der Belgier Milow alias Jonathan Vandenbroeck zwar ein in den Benelux-Ländern erfolgreicher Sänger und Songwriter, aber für den Rest der Welt relativ unbedeutend. Dann nahm er eine akustische Version des Hip-Hop-Titels „Ayo Technology“ (im Original von 50 Cent) auf und wurde quasi über Nacht zum internationalen Star. Seither tourt er durch die Welt, begeistert ausverkaufte Hallen und hat inzwischen auch ein neues Album mit dem Titel „North And South“ (April 2011) veröffentlicht.

Nun erscheint sein neues Livealbum – schon das zweite innerhalb von drei Jahren. Dafür brauchen andere Künstler 40 Jahre. Milow aber sagt: „Ich mag es einfach, meine Lieder live zu singen. Purer kann die Seelenkraft der Lieder nicht sein und die Reaktionen der Zuhörer nicht unmittelbarer.“ Das hört man auch auf dem neuen Release mit dem Titel „From North To South – Live“.

Milow erzählt mit seinen Songs Geschichten, und es sind oft Geschichten über ihn selbst. So setzt er sich in „The Kingdom“ mit seiner spießbürgerlichen Heimat auseinander, der er zwar entflohen ist, aber die immer ein Teil von ihm sein wird. Verträumt und melancholisch singt Milow von Abhängigkeiten, Einsamkeit und Sehnsucht in „Building Bridges“, „Never Gonna Stop“ und „Move To Town“.

Bemerkenswert finde ich die Intensität, mit der die Live-Performance rüberkommt. Jeder Song lebt von Milows akustischer Gitarrenarbeit und seiner starken Stimme. In diesem Sinne entstehen einige Songperlen, die uns wohlige Schauer über den Rücken jagen, und es wird klar, dass Milow für viel mehr gut ist, als nur 50 Cent-Songs zu verfeinern. Stimmungsvolle Highlights sind aber auch hier die Singlehits. Vor allem „Ayo Technology“, das in seiner Livefassung gegenüber der Singleversion erneut gewinnt und in dem Milow wirklich alles aus sich rausholt. Und auch das folkig-verspielte „Little In The Middle“.

Milow hat in den vergangenen Jahren bereits bewiesen, dass er kein One-Hit-Wonder ist, sondern ein Künstler, der Musik machen tatsächlich als Beruf versteht und sich seinen Erfolg ehrlich verdient. Sein neues Livealbum ist der nächste Beweis für diese Passion.