Modern und erfischend! Benevolent bieten auf „The Covenant“ keinen angepassten Prog-Metal.

VERÖFFENTLICHUNG» 24.10.2014
BEWERTUNG» 8 / 9
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Was auch immer die Menschen mit Dubai verbinden, die wenigstens denken dabei an moderne Metal-Bands. Benevolent ist einer dieser sogenannten Bands. Die arabische Metal-Szene boomt und Benevolent werden als orientalischer Schatz gehandelt. Ihr Debutalbum „The Covenant“ wurde in den Haven Studios in Dubai aufgenommen und von Acle Kahneyn (Tesseract) gemastert. Die Drums wurden von Andols Herrick (Ex-Chimaira) als Gast-Drummer in Cleveland geschrieben und recorded. So gesehen, ist Benevolent ein internationals Projekt, an dem besonders die Musiker Spaß haben, die jungen potentiellen Künstlern unter die Arme greifen wollen.

Eins vorweg: „The Covenant“ wird als Extrem Metal bezeichnet. Dies kann ganz klar missverstanden werden. Extrem bezieht sich in dem Fall auf die musikalischen Gegensätze in den Songs. Balladenartiger Gesang, Djent-Grooves, elektronische Elemente, Orchester-Stücke, Death und Black-Metal-Riffs und vieles mehr geben Benevolent von sich. Wer jetzt denkt, er hätte eine beliebige „Meshuggah trifft auf Dream Theater Kombo“ vor sich, den muss ich leider enttäuschen. Abstauber oder auf einer Hype-Welle sind diese Jungs bestimmt nicht. Der Versuch, aus vielen Dingen ein stilvolles Gesamtkonzept zu basteln, ist kein Markenpatent einer bestimmten Band. Es ist eine Ausdrucksform, die heute leider viel zu wenig genutzt und geschätzt wird. Von den wenigsten jüngeren Bands das wirklich gemeistert. Die Schwäche der einen wird zur Stärke der anderen. Statt sich von Standard-Kost berieseln zu lassen, kann Benevolent zeigen, wie man gute Songs schreibt. Kein Song fühlt sich wie zehn Minuten an! Der Ideen und Spielereien, wie die harmonischen Rock-Parts in die kalten Metal-Passagen übergehen zu lassen, haben es in sich. Es gibt keine Kompromisse auf dieser Platte. Heaviness geht Hand in Hand in Ambiente-Rock über, ohne es zu bemerken. „The Covenant“ weckt die Sucht nach mehr schlüssigen musikalischen Talfahrten. Ganz großen Respekt vor diesen jungen Herren!

Die Menschen aus dem Mittleren Osten sind stolz auf ihre Ausnahme-Band – zu Recht und verständlich. hat. Wer die Gelegenheit hat, sollte sich Benevolent kommende Woche auf dem Euroblast-Festival ansehen. Es wird nur mehr als ein „Aha-Effekt“ nach dem Set auf Euch warten. Versprochen!

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